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Hambühren Frischlufthunger und Wasserkraft
Celler Land Hambühren Frischlufthunger und Wasserkraft
10:01 29.12.2018
Quelle: Kirsten Glatzer
Oldau

Freitagmorgen halb zehn in Oldau, das hat zunächst den Anschein, als würde es eine eher eindimensionale Geschichte werden. Die einzigen Menschen, die man hier antrifft, sind mit einem Vierbeiner unterwegs. Antonia Stecher ist derzeit mit ihrem Freund Ron Steinigen und Hund Fiete bei ihren Großeltern zu Gast. Sie verbringen die Tage mit lesen, spielen und Hundespaziergängen. „Das ist zwar nicht besonders spektakulär, aber sehr entspannend“, findet sie. Manfred Baumgarten hingegen ist ein wenig in Eile. Er ist mit einem Freund und dessen Vierbeiner zur morgendlichen Hunderunde verabredet. Bonny sitzt schon im Auto und hofft, dass es nun endlich losgeht. Herr H. spaziert mit Airedale Jasper Richtung Wald und Christa Kleinwächter ist mit Gasthündin Maja unterwegs, deren Herrchen heute einen Wanderausflug unternimmt. Sie alle sind sich einig darin, dass die Chance, in Oldau zu dieser Jahres- und Uhrzeit jemanden ohne Hund anzutreffen, eher gering ist. „Morgens gegen acht Uhr gehen sogar noch deutlich mehr ihre Runde“, weiß Christa Kleinwächter.

Pferde-Hinterlassenschaften in der Einfahrt

Aber dann ist tatsächlich doch jemand ohne Vierbeiner draußen. Es ist Gerda Brockmann, die gerade die Hinterlassenschaften eines Pferdes aus der Einfahrt der Nachbarn entfernt. „Die sind heute nicht zu Hause, aber ich wollte die Pferdeäpfel da nicht liegen lassen“, erklärt sie. Ehemann Eckart kommt in diesem Moment mit dem Fahrrad vom Eierholen und kümmert sich nun erst einmal um eine verwaiste Mülltonne, die irgendjemand gegenüber auf dem Grünstreifen „geparkt“ hat. „Hier in Oldau ist wirklich nicht viel los, aber es ist dafür eben auch schön ruhig und friedlich – und man achtet in der Nachbarschaft aufeinander“, erklärt Gerda Brockmann, was ihr und ihrem Mann so gut am Dorfleben gefällt.

Und dass das gar nicht so unspektakulär ist, wird sich bei einem Besuch der Oldauer Schleuse zeigen. Auf den ersten Blick tut sich auch hier nichts, keine Menschenseele ist zu sehen, aber dann kommt Wolfgang Demuth angeradelt. Sein Ziel ist das im Jahr 1910 erbaute Wasserkraftwerk, in das er nun einen Einblick gewährt.

Turbinenanlage 1972 stillgelegt

Die Turbinenanlage wurde 1972 wegen zu hoher Personal- und anstehender Reparaturkosten stillgelegt, zwei Jahre darauf jedoch vor dem Abriss bewahrt und zum Technischen Denkmal erklärt. Seit 1982 ist sie nun wieder in Betrieb.

Wolfgang Demuth ist einer von drei „Wächtern“, die dafür sorgen, dass alles störungsfrei funktioniert. „Wir sind Rentner und kümmern uns jetzt ,nebenberuflich‘ darum. Das meiste kann übers Handy überwacht werden“, erklärt er, „wir müssen nicht permanent vor Ort sein. Aber drei- bis viermal pro Tag wird ein Kontrollgang gemacht. Der Riemenantrieb, die Lager, letztlich muss die ganze Anlage überwacht werden. Und dann sind wir natürlich auch zur Stelle, wenn etwas nicht stimmt. Die Anlage ist immerhin über hundert Jahre alt, da geht schon mal was zu Bruch.“

Wolfgang Demuth ist gelernter Elektriker, er war früher beruflich viel im Ausland unterwegs, hat aber die letzten 20 Jahre seiner Berufstätigkeit im Büro gesessen. „Das hat mir nicht so gefallen“, bekennt er. Aber nun hat er ja reichlich Action im Wasserkraftwerk, da wird’s garantiert nicht langweilig.

Von Kirsten Glatzer

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