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Hambühren "Wir werden es überleben"
Celler Land Hambühren "Wir werden es überleben"
16:58 15.02.2019
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Hambühren

Gestern Morgen gegen 7.30 Uhr ging es schon wieder los. In dem Bereich, in dem bis Montag eine Lagerhalle stand, wurde eine starke Rauchentwicklung registriert. Mitarbeiter des Recyclinghofes Struck alarmierten die Hambührener Feuerwehr. Die Brandbekämpfer rückten erneut aus, um die Glutnester zu löschen. Nach rund zwei Stunden war der Einsatz fürs Erste wieder beendet.

Firmenchef: "Es geht weiter"

Mit den Folgen des Großbrandes wird die Firma wohl noch lange zu tun haben. "Wir werden es überleben. Es geht weiter", sagte gestern Senior-Chef Kalli Struck. Wenige Tage nach dem Großfeuer hat er bereits einen klaren Plan, wie es weitergeht. "Am Dienstag kommen die Brandermittler der Polizei. Wenn sie die beiden Hallen freigeben, werden wir sofort abreißen. Beide Hallen werden umgehend wieder aufgebaut", kündigte der 72-Jährige an. Die Lagerhallen sind nach Firmenangaben versichert.

"Kalli, da ist irgendwas bei uns in der Halle"

Kalli Struck war am Montag, als der Brand ausbrach, mit seinem Hund unterwegs, als er in Wietzenbruch Sirenen aus Hambührener Richtung hörte. Instinktiv rief er auf seinem Recyclinghof an, um zu fragen, was los sei. "Kalli, da ist irgendwas bei uns in der Halle", habe einer seiner Mitarbeiter ihm gesagt. Er setzte sich sofort ins Auto und fuhr los. Was er in Hambühren sah, erschütterte ihn bis ins Mark. Vor seinen Augen stand ein Teil seines Betriebes in Flammen, den er selbst aufgebaut hat. "Es war ein Schock. Ich habe geweint", blickt Kalli Struck zurück.

Quelle: Oliver Knoblich

Unternehmen will nicht jammern

Marcel Struck, einer seiner Söhne, versprach, "dass wir Gas geben werden und nicht jammern". Gleichwohl weiß er, dass auf das Unternehmen in den kommenden Wochen viel Arbeit zukommt, um den Schaden abzuwickeln. Von Jammern kann auf dem Recyclinghof aber ohnehin keine Rede sein. Nur vier Tage nach dem verheerenden Brand ist das Gelände erstaunlich aufgeräumt. Von den tagelangen Löscharbeiten ist kaum noch etwas zu sehen. Klar, die Hallenruinen machen deutlich, was passiert ist. Aber der Recyclinghof bemüht sich um Normalität. Der Betrieb hat längst wieder geöffnet. Nur die Verpressung von Papier wird vorerst von Kooperationsfirmen übernommen. Kommende soll dann auch der Abfallzweckverband, der einen Teil des Struck'schen Grundstückes gemietet hat, wieder öffnen.

Team Struck dankt allen Helfern

Auch Harrie van der Kruijs, Sicherheitsbeauftragter des größten Entsorgers im Kreis Celle, setzt vorsichtig auf Optimismus, nachdem das Feuer nach ersten Schätzungen einen Millionen-Schaden verursacht hat. "Wir haben das Schlimmste überstanden. Es geht immer weiter", sagte van der Kruijs.

In einem Facebook-Post hatte sich das Team Struck am Donnerstag bei allen Helfern bedankt. "Ein großes Dankeschön an alle, die uns in den letzten Tagen zur Seite standen. Danke an alle Feuerwehren, die im Einsatz waren. Danke an das DRK/Johanniter. Danke an das THW", schrieb die Mannschaft des Müllverwerters in den Sozialen Medien.

Erweiterungspläne bleiben bestehen

Die Erweiterungspläne des Recyclinghofes seien durch das Feuer nicht beeinträchtigt, erläuterte Kalli Struck. Er hat vergangenes Jahr berichtet, dass seine Firma ein 20.000 Quadratmeter großes Grundstück ankaufen will. Der Zweckverband Abfallwirtschaft soll dann zur Straße "Im Flath" angesiedelt werden. Der Recyclinghof selbst wird bis zum Bruchweg erweitert. Unter anderem sollen auf dem neuen Grundstück ein Bürogebäude und Buchten für die Abfallverwertung sowie zwei große Fahrzeugwaagen gebaut werden. Jetzt müssen außerdem zwei neue Hallen errichtet werden.

Die Entsorgungsanlage in Hambühren ist durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Geöffnet werden soll erst kommende Woche wieder.

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