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Hambühren "Ich möchte was bewegen"
Celler Land Hambühren "Ich möchte was bewegen"
11:27 24.05.2019
Von Simon Ziegler
Organisieren, Dinge in die Hand nehmen, in der Öffentlichkeit auftreten – Peter Witting sieht sich für den Chefsessel im Rathaus gerüstet. Quelle: David Borghoff
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Ovelgönne

Der Mann will es wissen. "Ich möchte was bewegen", sagt Peter Witting. Die Bürgermeisterwahl in Hambühren am 26. Mai hält er für völlig offen. Und Witting, parteiunabhängiger Kandidat, will in die Stichwahl einziehen. Der 58-Jährige sieht sich als "Macher", wie er selbst sagt. Organisieren, Dinge in die Hand nehmen, reden – das kann er. Witting sieht sich für den Chefsessel im Rathaus gerüstet.

Bei Bundeswehr Karriere gemacht

Einen Vorteil hat er gegenüber seinen Konkurrenten. Der frühere Christdemokrat hat Zeit für den Wahlkampf. Denn Witting ist im Ruhestand. Er hat bei der Bundeswehr Karriere gemacht. "Ich bin bei der Luftwaffe großgeworden", sagt Witting, seit drei Jahren Offizier a. D. Sein Themenfeld war die "elektronische Kampfführung". Das heißt: Er hat andere Staaten abgehört, zum Beispiel die Russen im Kalten Krieg.

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Vater von vier Kindern: Peter Witting ist ein Familienmensch.

Seit 1990 in Hambühren

Witting ist gebürtiger Osnabrücker. 1990 wurde er nach Hambühren versetzt. In dieser Zeit lernte er seine Frau Christine kennen. Später war er nochmal in Berlin und Aachen, ehe er sich 1996 endgültig in Hambühren niederließ. Er baute ein Haus in Ovelgönne, Peter Witting ist Vater von vier Kindern. "Ich bin voll integriert", sagt er, "ich fühle mich als Hambührener".

Familien-Entscheidung im Spanien-Urlaub

Dass der 58-Jährige ums Bürgermeisteramt kämpfen will, wurde gemeinsam im Spanien-Urlaub entschieden. "Die Familie steht voll hinter mir", sagt der Einzelbewerber. Er könnte jetzt auch die Freizeit genießen oder das Haus in Spanien renovieren. Doch Peter Witting hat viel zu viel Energie für den Ruhestand. Vor allem: Er will Akzente setzen.

Schleusenfest reaktivieren

So hat er angekündigt, unabhängig vom Ausgang der Wahl, das Schleusenfest in Oldau wiederzubeleben. Schon im August soll es eine Neuauflage der beliebten Veranstaltung geben. Als Verwaltungschef will er sich darum bemühen, die Gewerbeschau Info-Tage zu reaktivieren. "Wir müssen wieder Leben nach Hambühren holen", umreißt Witting eines seiner Ziele. Ein anderes Ziel ist die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Außerdem will er einen Jugendbeirat ins Leben rufen. Ein weiterer Punkt ist die Schulpolitik: "Ich habe von Anfang an gefordert, dass eine weiterführende Schule nach Hambühren gehört", sagt er. Die Sprachheilschule sei keine Dauerlösung. An fehlenden Schülern werde es kaum scheitern, glaubt er. "Wir haben bald sechs Kindergärten und zwei Grundschulen. Es gibt genügend Schüler."

CDU den Rücken gekehrt

Peter Witting ist in Sachen Politik kein unbeschriebenes Blatt. Mehr als zehn Jahre war er CDU-Mitglied. Von 2011 bis 2016 saß er im Gemeinderat, zunächst für die Christdemokraten, später als Einzelmitglied. Dann verließ er die Partei. "Es gab Unstimmigkeiten", sagt er, ohne ins Detail zu gehen. Als er sich entschloss, fürs Bürgermeisteramt zu kandidieren, sei immer klar gewesen, dass er als Parteiunabhängiger antritt.

Mit Boris Pistorius gekickt

Auch privat ist Peter Witting viel unterwegs. Er leitet die Musikkapelle der Schützengesellschaft Oldau und ist stellvertretender Vorsitzender der Unteroffiziersvereinigung. Nur in Sachen Sport lässt es der 58-Jährige heute ruhiger angehen. Der Bayern-Fan spielte früher in Osnabrück für Schinkel 04 Fußball. Mit auf dem Platz stand der heutige Innenminister Boris Pistorius. "Eine schöne Zeit", erinnert sich Witting. Kontakte nach Hannover sind also auch schon da.

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