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Hambühren Das spricht für ein Gymnasium in Hambühren
Celler Land Hambühren Das spricht für ein Gymnasium in Hambühren
17:02 02.04.2019
Von Simon Ziegler
Die ehemalige Haupt- und Realschule in Ovelgönne. Quelle: Oliver Knoblich
Hambühren

Es klingt nach einer Lösung, die auf der Hand liegt: Im Celler Westkreis wird vehement ein Gymnasium gefordert, das Celler Hermann-Billung-Gymnasium (HBG) braucht dringend Räume und in der Gemeinde Hambühren steht eine Schule seit Jahren leer. Warum sollte man also ein Gymnasium oder eine gymnasiale Außenstelle nicht an der Hambührener Versonstraße installieren?

In Hambühren könnte eine Außenstelle des HBG (Foto) geschaffen werden.  Quelle: Andreas Babel

Vorschlag wird in Celle diskutiert

Das Thema wird bei den Verantwortlichen in Celle längst diskutiert. Eine Variante sieht vor, dass der Landkreis in Hambühren eine HBG-Außenstelle schafft. Dort könnten Fünft-, Sechst- und Siebtklässler aus den Westkreis-Gemeinden Winsen, Wietze und Hambühren unterrichtet werden. Alle anderen Schüler würden weiterhin ans HBG-Stammhaus in der Heese gehen.

Vorbild Lachendorf

Langfristig, so eine weitere Überlegung, könnte dann aus der HBG-Außenstelle ein eigenständiges Gymnasium werden. So war es seinerzeit beim Gymnasium in Lachendorf, das im Jahr 2004 zunächst als Außenstelle des KAV-Gymnasiums begann. Für Hambühren ist das alles noch Zukunftsmusik. Vermutlich wird sich der Schulausschuss des Celler Kreistages im Mai mit dem Standort Hambühren beschäftigen, sagt Schuldezernent Reinhard Toboll. Eine Entscheidung falle aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte.

Die Geschichte des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Lachendorf begann im Jahr 2004 zunächst als Außenstelle des KAV. Quelle: Alex Sorokin

Hambührener Politik macht Druck

In der Gemeinde hat man offenbar die Chance erkannt, die sich aus der plötzlich aufgekommenen Schulstruktur-Diskussion ergibt. Zur morgigen Sitzung des Hambührener Gemeinderates liegen zwei Eilanträge von CDU und FDP auf dem Tisch, sagt der Ratsvorsitzende Thomas Adasch. Sie zielten darauf ab, ein Gymnasium oder eine Außenstelle in Hambühren zu prüfen. Noch sei aber nicht klar, ob die Anträge schon am Donnerstag auf der Tagesordnung landen, die Dringlichkeit werde noch geprüft.

Rathaus betont Vorteile des Standortes

Im Hambührener Rathaus betont man die Vorteile des Standortes. "Wir haben hier ein leerstehendes Schulgebäude in gutem Zustand. Wenn es Bedarf an zusätzlichen Plätzen gibt, ist das hier doch ideal", sagt Verwaltungsvize Niels Jürgensen. Das Gebäude war wenige Jahre vor der Schließung im Jahr 2015 mit Millionenaufwand saniert worden. In einem kleinen Teil der Immobilie ist heute das Kreismedienzentrum untergebracht. Die Sporthalle wird regelmäßig genutzt. Weiterer Pluspunkt für Hambühren: Auf dem Gelände ist ausreichend Platz, so Jürgensen.

Zu nah an Celle?

Gegen Hambühren spricht die Nähe zu Celle. Denn in Winsen ist der Ruf nach einem Gymnasium auch deshalb so laut, weil die Fahrzeiten der Schüler – besonders aus den Außendörfern – sehr lang sind. Diese würden nach Hambühren zwar kürzer werden, aber wohl nicht in dem Umfang, den man in Winsen im Kopf hat. Andererseits dürfte es der Öffentlichkeit kaum zu vermitteln sein, in Winsen ein Gymnasium für viele Millionen Euro zu bauen, wenn in Hambühren ein Gebäude leersteht.

Die ehemalige Haupt- und Realschule in Ovelgönne. Quelle: Oliver Knoblich

Bürgermeister-Kandidaten positionieren sich

Die Debatte ums Westkreis-Gymnasium hat inzwischen auch den Hambührener Bürgermeister-Wahlkampf erreicht. Der unabhängige Kandidat Peter Witting hat sich für ein Westkreis-Gymnasium am Standort der ehemaligen Hauptschule ausgesprochen. Die Zeit sei reif für Hambühren. Auch Edmund Hoffmann (CDU) bringt Hambühren ins Spiel, warnt aber vor Alleingängen. Die Westkreisgemeinden müssten gemeinsam agieren. Wenn sich eine Tür öffnet, müsse man die Chancen nutzen, sagt Andreas Ludwig (SPD). Er hält aber wegen der Lage Hambührens eine temporäre Außenstelle für realistischer als ein eigenständiges Gymnasium. Carsten Kranz (parteilos) sagt, ein Gymnasium in Hambühren sei unrealistisch, die Infrastruktur gebe das nicht her. Zudem habe Winsen im Kreistag mehr politischen Einfluss. Kranz spricht sich für eine Oberschule in Hambühren aus.

Meinung von Andreas Babel

Nur Getöse

Immobilen wie das einstige Schulzentrum in Hambühren leer stehen zu lassen, ist eine Vergeudung von Steuergeldern. Hier aber ein Gymnasium aufbauen zu wollen, ist auch nicht der richtige Weg. Bei den Gymnasien spielt es eine entscheidende Rolle, den Eltern und deren Kindern eine Wahlmöglichkeit zu geben – je nach den Neigungen des Schülers. Die Diskussion um ein Gymnasium im Celler Westkreis wurde in Winsen angestoßen mit dem klaren Ziel, eben in dieser boomenden Gemeinde eine solche Lehranstalt einzurichten. Viele der Eltern aus Winsen und Wietze werden ihr Kind nicht auf ein Gymnasium nach Hambühren schicken, denn sie werden sich sagen: „Da melde ich mein Kind lieber auf einem der Celler Gymnasien an. Da weiß ich, was ich habe. Die haben seit Jahren ihr Profil und eine Verlässlichkeit. Und wer weiß, was in Hambühren wird?“

Außerdem ist der Unterschied, was die Fahrzeiten angeht, nur gering, ob man sein Kind aus Winsen nun in Hambühren oder in Celle anmeldet. Es ist legitim, wenn man in Hambühren die Werbetrommel für ein Gymnasium rührt, aber wohl nur Wahlkampf-Getöse. Eines ist richtig: Kreispolitik und Kreisverwaltung sind gefordert, eine sinnvolle Nachnutzung fürs Schulzentrum zu finden.

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