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Hambühren Vater von Carola Rackete: "Es geht ihr gut"
Celler Land Hambühren Vater von Carola Rackete: "Es geht ihr gut"
13:10 30.06.2019
Von Simon Ziegler
Das von Sea-Watch zur Verfügung gestellte Foto zeigt Carola Rackete, als sie am Samstag ihr Rettungsschiff im Hafen von Lampedusa verlässt. Quelle: Selene Magnolia
Hambühren

Einen Tag nach der Festnahme von Carola Rackete auf Lampedusa hat sich ihr Vater Ekkehart Rackete gegenüber der CZ geäußert. "Wir haben am Samstagabend miteinander telefoniert. Es geht ihr gut. Sie ist guter Dinge", sagte Ekkehart Rackete.

Auf Lampedusa unter Hausarrest

Die 31-Jährige, die seit 22 Jahren in Hambühren lebt, steht derzeit auf Lampedusa unter Hausarrest. Sie sei privat bei einer Übersetzerin der Hilfsorganisation Sea-Watch untergekommen, sagte ihr Vater. Am Montag sollen erste Vernehmungen stattfinden. "Wir bekommen Informationen über Sea-Watch. Mit ihrem eigenen Handy darf sie nicht telefonieren", berichtet der Vater. Er rechnet damit, dass sich das Verfahren lange hinziehen wird. "Die große Frage ist, ob die Staatsanwaltschaft tatsächlich zu Haftforderungen kommen wird", so Rackete weiter.

TV-Team in Ovelgönne

Unterdessen haben bei den Eltern in Hambühren mehrere italienische Journalisten angerufen. Er habe die Anfragen nicht beantwortet, sondern an die Pressestelle von Sea-Watch verwiesen, sagte Ekkehart Rackete. Außerdem ist ein TV-Team in Ovelgönne aufgekreuzt. "Wir haben nicht aufgemacht. Ich will keine Mediengestalt werden", so der Oberstleutnant der Reserve. Er ist politisch nicht ganz auf der Linie seiner Tochter, ist aber trotzdem stolz auf Carola. "Ich sehe meine Tochter nicht als Heldin. Sie hat eine Menge Zivilcourage bewiesen. Sie hat gemacht, was sie für richtig gehalten hat."

Lesen Sie hier: Moderatoren bitten um Spenden für festgenommene Kapitänin.

Rackete verteidigt sich

Die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" hat sich unterdessen nach ihrer Festnahme in Italien verteidigt. "Die Situation war hoffnungslos. Und mein Ziel war es lediglich, erschöpfte und verzweifelte Menschen an Land zu bringen", sagte die 31-Jährige über ihre Anwälte der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". "Ich hatte Angst", so die Kapitänin. Sie habe Suizide befürchtet. Die bei Kiel geborene und in Hambühren aufgewachsene Rackete hatte das Schiff mit 40 Migranten in der Nacht zu Samstag unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gesteuert und war festgenommen worden. Ihr drohen eine Geldstrafe, mehrere Anklagen und im schlimmsten Fall Haft.

Carola Rackete soll am Montagnachmittag vor einem italienischen Ermittlungsrichter vernommen werden. Sie sei dazu bereits mit einem Schiff der Finanzpolizei unterwegs von Lampedusa in die sizilianische Stadt Agrigent, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer.

Der 31-Jährigen werden Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Verletzung des Seerechts und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, weil sie sich Anweisungen von Militärschiffen widersetzt haben soll.

Carola Rackete aus Hambühren ist am Samstagmorgen auf Lampedusa festgenommen worden. Der Kapitänin der "Sea-Watch 3" droht eine Gefängnis-Strafe.

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