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Hambühren Das sagt die Körpersprache über den Hund aus
Celler Land Hambühren Das sagt die Körpersprache über den Hund aus
16:10 29.03.2019
Von Marie Nehrenberg-Leppin
"Übungshund" Sally gegenüber zeigt Oskar keinerlei Aggression.  Quelle: David Borghoff
Ovelgönne

Große braune Kulleraugen starren die Fremden vor der Haustür skeptisch an. Mischling Oskar scheint nicht sicher zu sein, was er von dem Besuch halten soll und bewegt sich nur vorsichtig auf die beiden unbekannten Frauen zu. Die beiden Frauen sind Sandra und Jenniffer Esch, ausgebildete Problemhund-Trainerinnen. Ihre Mission: Sie wollen herausfinden, ob der dreijährige Oskar Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

"Übungshund" Sally gegenüber zeigt Oskar keinerlei Aggression.  Quelle: David Borghoff

Provokation gehört dazu

Zunächst steht Leinenführigkeit auf dem Prüfungsplan. Oskar wird an die kurze Leine genommen und soll auf und ab laufen. Hin und wieder zieht er, läuft aber insgesamt gut mit. Doch dann wird es brenzlig. „Ich will den Hund jetzt mal so richtig provozieren“, kündigt die Hundetrainerin an. Angst ist dabei kein guter Berater. „Man sollte schon furchtlos sein und kein Problem damit haben, wenn ein knurrendes, Zähne fletschendes Tier vor einem steht.“ Zum Schutz zieht Esch einen Kettenhandschuh an. Mit der behandschuhten Hand greift sie nach Oskar. Fässt ihn an, schlägt dem Frauchen auf den Oberschenkel, springt auf ihn zu. Provozieren lässt sich der Mischling dadurch nicht. Im Gegenteil. Er scheint verunsichert und möchte sich hinter seinem Menschen verstecken. „Das ist gut“, beurteilen Mutter und Tochter sein Verhalten. „Es ist keinerlei Aggression zu spüren.“ Eine gesunde Portion Respekt sei hingegen nie verkehrt.

Jenniffer Esch probiert Oskar zu provozieren. Quelle: David Borghoff

Problemhunde bekommen individuelle Therapie

„Das ist das normale Vorgehen, wenn jemand mit seinem Hund zu uns kommt“, erklärt Jenniffer Esch im Anschluss. Reagiert ein Tier dann tatsächlich aggressiv, bietet die „Pfötchenschule Esch“ eine individuelle Therapie an. „Für viele sind wir so etwas wie die allerletzte Anlaufstelle“, berichten die ausgebildeten Hundetherapeuten. Im Regelfall wird dann drei Tage in Folge für jeweils sechs Stunden trainiert. „Dann hat der Hund verstanden, was erlaubt ist und was nicht.“ Natürlich sei es wichtig, dass die Hundehalter das Gelernte weiterhin anwenden. „Unser Ziel ist es, unsere Kunden so schnell wie möglich wieder loszuwerden“, sagt Esch mit einem Augenzwinkern.

Prägephase entscheidend

Schwierig wird es, wenn das Verhalten des Hundes auf Prägefehler zurückgeht. „Was der Welpe zwischen der vierten und sechzehnten Lebenswoche lernt, vergisst er nicht mehr“, verdeutlicht Esch. Deswegen sei es unmöglich, Verhaltensmerkmale, die sich in dieser Zeit entwickelt haben, zu verändern. „Da sind wir dann auch machtlos.“

Oskar lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Quelle: David Borghoff

Oskar ist Linkspföter

Auch wenn Oskar keine Auffälligkeiten zeigt, gibt es doch Interessantes zu beobachten. „Er ist ein klassischer Linkspföter“, erzählt Jenniffer Esch lächelnd. Linkspföter? „Es ist genau wie bei Menschen, die ja auch Rechts- oder Linkshänder sind.“ Herausfinden kann das jeder Hundehalter ganz allein: Sitzt der Vierbeiner, zeigt die Pfote, mit der er den ersten Schritt macht, an, ob rechts oder links seine bevorzugte Seite ist. „Lässt man den Hund aus dem „Sitz“ zehnmal auf sich zulaufen, kann man meistens eine eindeutige Tendenz erkennen“, erläutert Esch. Ist ein Hund Rechtspföter, soll er besser als Assistenzhund geeignet sein. Linkspföter hingegen sollen dafür die Kreativeren unter den Hunden sein. Die Gedanken seines Hundes lesen kann man ebenfalls, wenn man seinen Schwanz beobachtet. Rechtslastiges Wedeln zeigt positive Emotionen an, linkslastiges dagegen eher negative. Oskar trägt seine Rute in Gegenwart seiner Menschen rechts gerichtet. Auch bei der Begegnung mit Übungshund „Sally“ bleibt es so.

Eine Therapie ist anstrengend

Mutter und Tochter Esch sind zufrieden. „Wir haben nichts zu beanstanden, Oskar braucht keine Therapie.“ Worte, die Oskar nur noch nebenbei zur Kenntnis nimmt. Er ist bereits auf dem Weg in seine Höhle unterm Tisch, wo er sich seufzend niederlässt. So ein Verhaltenstest ist halt doch ziemlich anstrengend.

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