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Hambühren Rieke hat Leukämie zweimal besiegt
Celler Land Hambühren Rieke hat Leukämie zweimal besiegt
17:39 03.02.2019
Rieke aus Hambühren erkrankte 2011 an Leukämie und wurde behandelt. 2013 kam der Blutkrebs wieder - heute ist die 11-Jährige geheilt. Quelle: Benjamin Behrens
Hambühren

Rieke interessiert sich für Pferde und Theater. „Ich spiele seit Kurzem Handball“, sagt die Elfjährige und grinst. Oh, und das Zeugnis war übrigens ganz hervorragend. Seit dem Schuljahresbeginn geht Rieke in die fünfte Klasse, viele Mitschüler sind mit ihr auf das Hölty-Gymnasium gewechselt. Endlich, endlich ist bei dem Mädchen so etwas wie Normalität eingekehrt.

2011 wurde bei der jungen Hambührenerin Leukämie diagnostiziert. Die Behandlung schien anzuschlagen. 2013 kehrte der Krebs zurück, sogar aggressiver als zuvor. Bei der auch Blutkrebs genannten Erkrankung zerstören entartete weiße Blutkörperchen das gesunde Blut. Heute sieht man dem lebhaften Mädchen an, dass es ihr besser geht. Heute sind ihre Haare lang, braun und glatt. Als 2013 dringend ein Stammzellenspender für Rieke gesucht wurde, waren sie noch blond und lockig. Bei fast allen Patienten fallen die Haare während der Chemotherapie aus, oft wachsen sie dann mit anderer Farbe oder Struktur wieder nach. „Das war total komisch.“

Mädchen mit vielen Hobbys

Haarausfall ist nur eine Folge der Behandlung. Übelkeit, Müdigkeit, Schmerzen und Stimmungsschwankungen sind ebenfalls häufige Nebenwirkungen. „Die Chemotherapie ist das Schlimmste, was man erleben kann“, sagt Kristine Michaelis vom Onkologischen Forum Celle. Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin betreut Rieke. Gerade Patienten, die zum zweiten Mal erkranken, leiden besonders psychisch. „Rieke hat immer mal wieder Ängste. Sie ist ein ganz tolles Mädchen mit vielen Hobbys und hat das prima hingekriegt. Aber sie hat es halt immer im Kopf, wenn irgendwas körperlich auffällig ist“, sagt Michaelis.

Alle drei Monate muss die Patientin zur Kontrolle, die Tests sind unauffällig. Dennoch macht sich Rieke Gedanken. „Heute habe ich mehr Angst als damals, als ich noch krank war.“ Damals, als Medikamente, Infusionen und Ärzte für sie zum Alltag gehörten. „Es war für mich wie Einkaufen gehen“, beschreibt das Mädchen die Situation. Oder damals, als sie nach der erfolgreichen Stammzellentransplantation mehrere Wochen in einem sterilen Reinraum ausharren musste. „Ich habe sehr oft Kassetten gehört“, sagt Rieke. Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Co. halfen, wenn die kleine Kämpferin nicht einschlafen konnte oder der Frust zu groß wurde.

Heilung dank einer Knochenmarkspende

Ihr Bruder Luca und ihre Eltern haben sie oft besucht. „Die haben mir Lego mitgebracht“, erinnert sie sich. Vor Schwäche konnte sie es oft nicht zusammenbauen. Die Heilung verdankt sie einer Knochenmarkspende. „Wir treffen die Spenderin auch manchmal“, sagt Rieke. Die heute 32-Jährige Frau heißt Janine und wohnt in Nordrhein-Westfalen. 2017 wurde zusammen Silvester gefeiert.

Ganz wird der Gedanke an den Krebs wohl nie verschwinden. „Das Thema gehört zu uns“, sagt Tanja Olbrich, Riekes Mutter. „Sie hat wie alle anderen Nachwirkungen von der Bestrahlung.“ So wurde etwa festgestellt, dass sie keine eigenen Wachstumshormone bildet. Mit 1,36 Metern, ist sie die Kleinste in ihrer Klasse. Hormonspritzen sollen ihr ein normales Aufwachsen ermöglichen. In der ersten Zeit half ihre Mutter beim Verabreichen, heute nicht mehr. „Ich habe sie sogar gedrängt, dass ich es selbst mache“, sagt Rieke stolz.

Rolle in der Theater-AG bekommen

Das Mädchen hat große Ziele. Die Hörspiele weckten das Interesse am Synchronsprechen und der Schauspielerei, jetzt möchte sie selbst auf der Bühne stehen. „In der Theater-AG habe ich endlich eine Rolle bekommen“, freut sich Rieke. Sie spielt Winston Churchill. Der britische Premierminister ist bekannt für seine Vorliebe für Zigarren und eine Geste. Mittel- und Zeigefinger der erhobenen Hand sind ausgestreckt – das Siegeszeichen. Was Rieke anderen erkrankten Kindern rät? „Was morgen kommt, ist egal – Hauptsache, man freut sich auf heute. Wenn es einem heute gut geht, warum sollte es morgen schlecht sein?“

Von Benjamin Behrens

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