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Bröckel FlotART: „Extase ist ein Glas voll Tee und ein Stück Zucker im Mund“
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel FlotART: „Extase ist ein Glas voll Tee und ein Stück Zucker im Mund“
16:18 23.06.2010
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Bröckel

BRÖCKEL. Ein Wochenende lang stand die beschauliche Ortschaft ganz im Zeichen von 400 Paar Schuhen. Das Künstler Ehepaar Machwitz, selbst Aussteller im Alten Bahnhof, hatte sie bei der Rückkehr in die Heimat aus der Schweiz mitgebracht. Als bunte Farbtupfer dienten Pumps, Sneakers und Skistiefel als Wegweiser zu den Bröckeler Stationen der FlotART. Bevor es zu Schmuck Vitrinen, Skulpturen, Gemälden oder zur Hutmacherin ging, wurden schon mal die alten Skistöcke ausprobiert, beim Schoppen Wein Gedichte von Wilfried Kresse gehört oder Szenen aus dem Musical „Eagle“ von Wilfried Kopatsch.

In Langlingen konnte das Publikum dem jungen Bildhauer Thoralf Holle über die Schulter schauen – der Sechsjährige bearbeitete konzentriert Kalkstein mit einem Meißel zu kleinen Skulpturen, Katzen und Molchen. Im Hintergrund, unter dem Schauer, stellte die Braunschweiger Malerin Gisela Worgull eine Auswahl ihrer Werke aus, Martina Lehmann aus Meinersen präsentierte „zinnlichen Schmuck“ und farbenfrohe Schrott-Engelchen. Nebenan war ein Einblick in die Filzerey Holle möglich, in die Holzkunst von Ralf Belke, am Stand gleich über den Hof – ein typisches „FlotART“-Szenario, wie es Kunstinteressierte und solche, die es werden wollen, künftig in jedem Sommer erwarten dürfen.

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Pausen wurden mit ländlich-sommerlichen Schmankerln versüsst. In Bröckel lud das Kochduo „Landlust“ ein zu Räuchermatjes, Erdbeeren mit Joghurt-Basilikum Creme und Sekt mit Holunderblütensaft. Vis-à-vis gab es die guten alten Lavendel Duftkissen und bestickten Küchentücher, von Gesa Hetzel mit peppigen Lebensweisheiten versehen wie „Ekstase ist ein Glas voll Tee und ein Stück Zucker im Mund“. Auch Wienhausen und Eicklingen waren Anlaufpunkte, die mit dem Shuttle Bus abgefahren werden konnten.

Die Perspektiven des Ausstellungsbesuchers wurden mutig verschoben, es ist nun mal ein Erlebnis, im Freien Gemälde mit Kornblumen oder Getreideähren zu betrachten, Skulpturen in bunten Beeten zu entdecken, nahezu über eindrucksvolle Metallkunst zu stolpern. Oder einen Klönschnack mit dem Künstler zu halten, wie mit Burkhard Uliczka, der das Thema „Beziehungen“ als Holzskulptur umsetzt und an einem Stück Esche arbeitet, sich dabei die Zeit nimmt, den Betrachter auf verschiedene Sichtweisen auf seine Bilder aufmerksam zu machen. Die Organisatoren haben ein Programm erstellt, das unbefangene, spielerische Begegnungen mit der Kunst ermöglicht und im kommenden Jahr, ohne den Tag der Niedersachsen als Konkurrenzveranstaltung sicher noch mehr Besucher anzieht.

Eine Aufbruchstimmung attestierte der Schirmherr, Flotwedels Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf, seiner Samtgemeinde, und die „FlotART“ sei ein Teil davon. Das Projekt, die Ausstellungen in den vier Ortschaften zu organisieren, sei vorbildlich umgesetzt worden. „Noch nie habe ich erlebt dass Künstler so problemlos miteinander arbeiten.“ Professionell habe die Initatorengruppe um Torsten Laskowski und Wolfgang Raschke diese Veranstaltung vorbereitet, die nun jährlicher Glanzpunkt in der Samtgemeinde werden soll.

Von Margitta True