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Bröckel Bröckeler Rocknacht: Viel Spaß, wenig Spenden
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Bröckel Bröckeler Rocknacht: Viel Spaß, wenig Spenden
14:00 08.09.2019
Von Carsten Richter
Mit der Band "5Raumfenster" war auch eine Gruppe aus Sachsen nach Bröckel gekommen.  Quelle: Oliver Knoblich
Bröckel

Die Gruppe um Alex, Ela, Kitty und Rolf ist ganz erstaunt. „Für wen wird hier eigentlich gespendet?“, fragen die Besucher aus Celle. Als sie dann hören, dass der Erlös dem Onkologischen Forum Celle und den Klinik-Clowns des Allgemeinen Krankenhauses zugute kommt, sind sie begeistert. „Cool, dann spenden wir gleich nochmal etwas“, sind sie sich einig.

Spenden für Onko-Forum und Klinik-Clowns

Das ist Sinn und Zweck der Bröckeler Rocknacht, die – nach der Premiere im vergangenen Jahr – am Samstag ihre Fortsetzung fand. Bei freiem Eintritt Live-Musik hören und etwas – gerne auch mehr - in die Spendenbox geben. Tatsächlich landen immer wieder Scheine und Münzen in der Vorrichtung, die durch ein kreisend-leuchtendes Blaulicht nicht zu übersehen ist. Trotzdem: Wie beim ersten Mal ist die Resonanz zunächst verhalten. Nach dem Einlass um 18 Uhr ist erst einmal nicht viel mehr als ein Dutzend Gäste im Saal des Gasthofs Zur Post vorzufinden. Drei Stunden später zählen die Veranstalter um die Bröckeler Christoph Nolden und Felix Riebeling rund 350 Besucher – und noch immer sind die Organisatoren nicht ganz zufrieden. „Wir bräuchten mindestens 450“, sagt Riebeling. Die beiden haben das Musik-Event schließlich erneut aus eigener Tasche bezahlt – und am Ende sollen ja vor allem die Klinik-Clowns und das Onko-Forum etwas davon haben. Also betritt Riebeling nochmal die Bühne, bittet um Spenden – und erntet kräftigen Applaus.

"5Raumfenster" aus Sachsen dabei

Musikalisch haben die Veranstalter wieder einiges aufgefahren. Statt drei brachten diesmal vier Bands den Saal zum Kochen. Neben den Celler Lokalmatadoren, der „Steve Link Band“ und „Marys Forbidden Dreams“, traten „Jet Evil“ aus Braunschweig erstmalig im Landkreis auf. Die im Abstand weiteste Anreise aber hatten „5Raumfenster“ aus der Nähe von Leipzig. Gänzlich unbekannt ist ihnen das Celler Land aber nicht. „Wir haben im Dezember schon bei ‚Rock da Haus‘ gespielt“, erzählt Conny Till Wendler, der Schlagzeuger der Band – bei der Veranstaltung kam Christoph Nolden auf sie zu und lud sie zur Bröckeler Rocknacht ein. Inzwischen waren sie auch schon zwei Mal beim Südwinsen-Festival. „Für die gute Sache treten wir immer gerne auf. Die Leute hier sind gut drauf“, freut sich Wendler. Er sagt aber auch, dass es noch mehr Gäste sein könnten – schließlich gehe es um einen sozialen Zweck.

Als Schulband angefangen

Ihren Musikstil beschreibt der 20-Jährige als Indie-Punk-Pop-Rock, ohne sich genau festlegen zu wollen. „Irgendwas dazwischen“, sagt Wendler. Als Schulband hat mal alles angefangen. „Wir haben einfach drauflos gespielt.“ Seit knapp drei Jahren sind die fünf Jungs auf Tour, am kommenden Freitag erscheint ihre erste EP.

Rund 350 Gäste waren bei der zweiten Bröckeler Rocknacht im Gasthof Zur Post dabei.  

"Live-Musik geht immer"

Katja Schacht ist mit ihrem Lebenspartner vor allem wegen der beiden Celler Bands nach Bröckel gekommen. „Die Steve Link Band kenne ich seit mehr als 30 Jahren, und auch mit Marys bin ich durch Freundschaften verbunden“, sagt die Nienhägerin. Überhaupt ist sie häufig auf Festivals im Landkreis anzutreffen. „Live-Musik geht immer“, so die 49-Jährige. Ihr gefallen aber nicht nur die Bands und der gute Zweck, sondern auch die Location. „Ein toller Saal mit Holzfußboden und einer gewölbten Decke“, schwärmt sie. „Ich kann mir vorstellen, hier im nächsten Jahr meinen 50. Geburtstag zu feiern“, sagt Schacht.

Auch Bröckels Bürgermeister Hans-Hinrik Berkhan schaut bei der Rocknacht vorbei – auch wenn das nicht so ganz seine Musik sei, wie er sagt. „Toll, dass es das gibt. Ich hoffe, dass sich die Veranstaltung langfristig etabliert.“

Nervosität gehört dazu

Während die „Steve Link Band“ die Bühne betritt und den Saal zum Tanzen bringt, atmen Matze Knorn und Torben Kück noch einmal durch. „Ein bisschen nervös sind wir immer, das gehört dazu“, sagt Kück. Die Sänger und Gitarristen von „Marys Forbidden Dreams“ haben noch ein wenig Zeit. Erst in gut einer Stunde kommt ihr Auftritt. Seit 20 Jahren treten sie in derselben Besetzung auf. Sie mögen sowohl kleine als auch große Veranstaltungen – auch beim Celler Stadtfest sind sie am nächsten Wochenende anzutreffen. „Wir wollen den Kontakt zum Publikum, der ist hier intensiver“, so Knorn.

Termin ungünstig gewählt?

Am Schluss bleibt festzuhalten: Gäste, Bands und Veranstalter hatten Spaß, aber die Besucherzahlen und die Spendenbereitschaft blieben hinter den Erwartungen zurück. Knapp über 1000 Euro kamen zusammen. Da werde, wenn überhaupt, nur ein geringer Erlös für den guten Zweck übrig bleiben, zieht Mitorganisator Riebeling Bilanz. Er gibt zu, dass der Termin wegen einiger Parallelveranstaltungen nicht günstig gewählt war. „Das wollen wir beim nächsten Mal anders machen.“ Was aber auch heißt: Die Bröckeler Rocknacht geht weiter. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, so Riebeling. Und er sagt zu, das Onko-Forum und die Klinik-Clowns im nächsten Jahr erneut zu berücksichtigen.

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