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Eicklingen Die Lause-Eiche von Schepelse
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Die Lause-Eiche von Schepelse
13:49 13.06.2010
Die Lause-Eiche bei Schepelse. Quelle: Torsten Volkmer
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Schepelse

4,70 Meter misst der Stamm in einem Meter Höhe, knapp über der Wurzel beträgt der Umfang 5,40 Meter. Er hat es zusammen mit Manfred Hunold aus Wienhausen ausgemessen, beide sind Mitglieder im Nabu.

Alte Bäume haben Würde, sie drücken Bodenständiges aus“ sagt der 75-jährige Kochmann. Und er knüpft den Gedanken auch zu seinem alten Haus mit dem Eichenfachwerk. Bis aus einem Baum ein 50 Zentimeter starker Balken gehauen werden kann, muss ein Baum erst mal die entsprechende Größe erreicht haben. „Man muss solche Bäume erst mal groß werden lassen“, sagt Kochmann. Manchmal frage er sich, ob die Lause-Eiche, die etwa 500 Meter von seinem Grundstück entfernt wächst, wohl älter ist als sein Haus. Und das ist immerhin 450 Jahre alt.

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Die Lause-Eiche zählt zu den Naturdenkmalen im Landkreis Celle, sie trägt die Nummer 130. Rund 270 Jahre könnte der Baum alt sein, schätzen die Experten, wobei der Wuchs ganz stark von der Qualität des Bodens oder von Trockenperioden abhängig ist.

Die Lebensweisheit, dass ein Mann ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen solle, sieht Kochmann als erfüllt an. Er hat einen Sohn, er hat das Haus gekauft und er hat in der Nähe des alten Brunnens einen Baum gepflanzt, der auch schon recht kräftig ist.

Warum die Einheimischen von der Lause-Eiche sprechen, hat Kochmann noch nicht herausgefunden. Aufklärung gibt es von Erhard Köneke aus Eicklingen. Unter dem Baum sollen früher Zigeuner kampiert haben. Und denen hätten die Einheimischen Läuse angedichtet. So richtig schriftlich festhalten wollte die Überlieferung aber niemand.

Von Joachim Gries