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Eicklingen Sandlinger Familie liest seit 96 Jahren Strom ab
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Sandlinger Familie liest seit 96 Jahren Strom ab
16:53 30.12.2018
Von Carsten Richter
Jahr für Jahr war die Familie von Karl-Heinrich, Jana und Timo Oberste-Lehn (von links) als Stromableser unterwegs. Quelle: Oliver Knoblich
Sandlingen

Wie der Tannenbaum, der Adventskranz oder das Keksebacken gehörte im Celler Land über Jahrzehnte hinweg auch der Besuch der Stromableser zu den immer wiederkehrenden Traditionen am Jahresende. Damit ist nun Schluss. Die Celle-Uelzen-Netz GmbH (CUN) als Stromversorger stellt auf Selbstablesung um, die Ableser werden nicht mehr gebraucht. Nicht nur viele Stromkunden werden die schon zur Selbstverständlichkeit gewordenen Besuche vermissen, sondern auch für die Ableser selbst geht eine Ära zu Ende. Zum Teil haben ganze Generationen Jahr für Jahr die Zählerstände in den Häusern kontrolliert – das ist nun vorbei.

1922 fing alles an

Auch in der Familie von Jana Oberste-Lehn aus Sandlingen hat das Stromablesen so manchen Tag bestimmt, und zwar seit 96 Jahren. 1922 fing alles an. Ihr Urgroßvater Karl Schepelmann war als hauptamtlicher Stromableser in Langlingen, Hohnebostel, Fernhavekost, Wiedenrode, Bröckel, Eicklingen und der "Buerskopp", also Sandlingen, Schepelse und Paulmannshavekost, tätig. Natürlich unter ganz anderen Voraussetzungen als heute, wie Jana Oberste-Lehn aus Erzählungen weiß. "Das Zählerablesen fand damals noch im zweimonatlichen Wechsel statt. In den Wintermonaten wurde jeden Abend die Karbidlampe vorbereitet, um dann am nächsten Morgen mit dem Fahrrad in die einzelnen Ortschaften zu fahren", berichtet die 37-Jährige.

Säumige Kunden waren Problem

1965 übernahm Elfriede Oberste-Lehn, Janas Großmutter, das Ablesen von ihrem Vater. Ein Problem waren auch damals noch säumige Kunden – kassiert wurde direkt zu Hause. "Für jede nicht kassierte Rechnung wurden ihr 50 Pfennig vom Verdienst abgezogen", berichtet Enkeltochter Jana. Die später eingeführte Einzugsermächtigung war eine Erleichterung.

Zuverdienst als Schülerin

Seit 1986 wurde nur noch jährlich abgelesen. Als Schülerin und später Studentin verdiente sich Jana Oberste-Lehn etwas dazu, indem sie ihren Vater Karl-Heinrich beim Ablesen unterstützte. "Es ist schon komisch, dass wir jetzt nicht mehr zum Ablesen losfahren müssen", sagt Ehemann Timo.

Viele nette Gespräche haben sie jedes Jahr geführt. "Hätte es uns nicht so viel Spaß gemacht, wären wir nicht so lange am Ball geblieben", sagt Jana Oberste-Lehn.

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