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Eicklingen Flotwedel wünscht gymnasialen Zweig
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Flotwedel wünscht gymnasialen Zweig
15:45 14.07.2011
Die Grund- und Hauptschule in Eicklingen soll nach dem Schulgutachten mit der benachtbarten Realschule zur Oberschule fusionieren. Quelle: Peter Müller
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Eicklingen

Verwaltungschef Helfried H. Pohndorf macht keinen Hehl daraus, dass er im Flotwedel an eine Oberschule mit gymnasialem Zweig denkt. „Der Wunsch nach dem gymnasialen Zweig in Eicklingen ist im politischen Raum da“, sagt Pohndorf. Wolf Krämer-Mandeau als Verfasser des Schulgutachtens im Auftrag des Landkreises Celle hatte eine Fusion der Hauptschule Eicklingen und der Realschule Flotwedel in Eicklingen zur Oberschule vorgeschlagen. Die Möglichkeit zur Bildung eines gymnasialen Zweigs hatte er aber in Wathlingen gesehen „...sofern das Bedürfnis festgestellt werden kann und die übrigen rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind“, hatte er in seinen Vorschlägen für die Flotwedeler Nachbar-Samtgemeinde formuliert.

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Dass Krämer-Mandeau die Aufgabe der Hauptschule sowie der Realschule in Eicklingen für den Fall in Erwägung zieht, dass am Wathlinger Schulzentrum eine Vollsanierung ansteht, die dann mit Schülern gefüllt werden muss, hält Pohndorf für indiskutabel. Welche Auswirkungen ein gymnasialer Zweig in Eicklingen auf das Gymnasium Lachendorf hätte, dessen Schuleinzugsgebiet neben den Samtgemeinden Eschede und Lachendorf auch Flotwedel umfasst, weiß Pohndorf nicht. „Das vermag ich nicht zu sagen.“

Für die jetzige Grund- und Hauptschule Eicklingen sowie die Realschule Flotwedel in Eicklingen hat Krämer-Mandeau einen Ganztagsbetrieb vorgeschlagen. Den hatte die Samtgemeinde bereits vor längerer Zeit ins Auge gefasst und in Schulnähe bereits ein Grundstück für eine Mensa gekauft. Was hier genau entstehen soll, muss mit dem Landkreis als Schulträger für die weiterbildenden Schulen abgestimmt werden. Pohndorf denkt bereits weiter in die Zukunft und hat ein Gebäude vor Augen, das auch als Treff für Senioren genutzt werden kann.

Unverständlich bleibt Pohndorf, warum der Gutachter für die jetzige Realschule eine Raumknappheit konstatiert, die drei Eicklinger Schulen insgesamt aber insgesamt „schulraumreich“ nennt. Schon die früheren Schulleiter hätten sich gegenseitig bei Raumknappheit ausgeholfen, ohne das an die große Glocke zu hängen. Ob aber die Räume im Bestand, Lehrküchen, ausreichen zum Einrichten einer Mensa, das müsse genau geprüft werden, sagt der Verwaltungschef.

Die offenen Fragen im Zusammenhang mit der Schulstrukturreform sollen in der kommenden Woche in einer nichtöffentlichen Arbeitssitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde diskutiert werden, zu der auch die Mitglieder des Samtgemeinderates, die Kreistagsabgeordneten aus dem Flotwedel, Vertreter der Schulen und Elternvertreter sowie von der Schulverwaltung beim Landkreis Anna Duszynski eingeladen sind.

An den vier Grundschulstandorten in allen vier Mitgliedsgemeinden will die Samtgemeinde festhalten. Ausdrücklich habe man sich für einen Neubau in Bröckel entschieden, um dort die Infrastruktur zu belassen. Bei schwachen Jahrgängen müsse man schlimmstenfalls darüber nachdenken, Grundschüler von Eicklingen nach Bröckel zu transportieren, sagt Pohndorf. Die Grundschule Bröckel ist eine Außenstelle von Eicklingen. In Bröckel und Langlingen gibt es bereits eine Ganzstagsbetreuung, in Wienhausen wird sie eingerichtet, wenn der Kindergarten in den Neubau zieht und der Umbau des alten Kindergartens beginnen kann.

Krämer-Mandeau schlägt die Fusion von Grundschulen im Flotwedel vor, sollte es Probleme mit den Zügen geben. Über eine Art Zweckverband als Dach könne man sicherlich nachdenken, über die Aufgabe von Standorte nicht, sagt Pohndorf. „Man muss versuchen, die Schulen mit Leben zu füllen“ Die Rechnung „Quadratmeter Schulraum durch Schüler“ greife zu kurz.

Pohndorf versteht nicht, dass der Kreistag jetzt auf die Tube drückt und im August beschließen will, was dann zum Schuljahr 2012/13 umgesetzt werden soll. Schlimmstenfalls sollte man die Entscheidung um ein Jahr verschieben, denn wegen der sinkenden Schülerzahlen werde das Problem aus seiner Sicht erst in zwei bis drei Jahren akut.

Von Joachim Gries

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