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Eicklingen Polizei jagt Hühnerdieb
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Polizei jagt Hühnerdieb
15:36 09.01.2019
Von Christopher Menge
In der Nacht zu Montag sind der Eicklingerin Stefanie Heidmann zehn bis zwölf Hühner aus dem mobilen Stall (im Hintergrund) gestohlen worden. Quelle: Christopher Menge
Eicklingen

Als Stefanie Heidmann am Montagmorgen zu ihrem Hühnermobil in Eicklingen kam, wurde sie stutzig. Die Tür war nicht verriegelt, das Vorhängeschloss war verschwunden. Beim Blick in den mobilen Hühnerstall fiel der 39-Jährigen zunächst nichts auf, doch an den nächsten Morgen merkte sie, dass etwas nicht stimmte. "Normalerweise legen die Hennen zwischen 220 und 230 Eier", berichtet sie. "Dienstag waren es nur 210 und Mittwoch nur 213 Eier." Das heißt: Aus dem Mobil, in dem gewöhnlich 240 Hennen leben, müssen zehn bis zwölf Hühner gestohlen worden sein. Die Polizei ermittelt.

"Ein Fall für die Dorfpolizei"

"Das ist ein Fall für die echte Dorfpolizei", sagt Birgit Insinger, Pressesprecherin der Polizei Celle, die davon ausgeht, dass unbekannte Täter das Vorhängeschloss der Legebatterie aufgebrochen und die Hühner gestohlen haben. "In den 1950er Jahren kam es in den Dörfern öfter zu Hühnerdiebstählen, aber heute überrascht es schon, dass es so etwas noch gibt." Hinweise zum Verbleib der Tiere beziehungsweise zur Ermittlung der Hühnerdiebe nimmt die Polizei in Wathlingen unter (05144) 98660 entgegen.

Heidmanns haben das Hühnermobil vor eineinhalb Jahren eingerichtet. Dass Eier gestohlen werden könnten, wenn jemand nachts in Eierbratlaune ist, hatte Stefanie Heidmann schon befürchtet, daher sind die Legebatterien mit einem extra Schloss gesichert. "Dass jemand aber gleich die Hühner mitnimmt, ist sehr bedenklich", sagt Heidmann. Sie fragt sich, ob die Tiere noch leben oder schon in der Suppe gelandet sind. "Vielleicht fragt sich jemand ja auch, warum sein Nachbar plötzlich zwölf Hühner hat?", so die Geschädigte.

Ein Huhn kostet acht Euro

Der wirtschaftliche Schaden ist dabei überschaubar. "Ein Huhn kostet acht Euro", sagt Heidmann. "Es ist kein Riesen-Diebstahl." Einfach ein paar Hennen nachkaufen könne man aber nicht. "Es gibt eine klare Hackordnung in der Herde. Neue Hühner würde die Truppe nicht akzeptieren", erklärt die Expertin. Bis September – dann werden die Tiere ausgetauscht – hat sie jetzt jeden Tag zehn bis zwölf Eier weniger. "Das ist schon sehr ärgerlich", sagt Heidmann, die den Zehnerpack Eier für 3,80 Euro verkauft.

Hühner legen Stresseier

Sie hat die Polizei eingeschaltet, da es schon der zweite Vorfall am Hühnermobil war. Im Dezember hatten Unbekannte versucht, an die Eier zu kommen. Ein Hebel wurde dabei verbogen. Die Folge: Einige Hühner legten daraufhin sogenannte Stresseier. Diese sind dann mit einem milchigen Film überzogen.

Tiere schlafen auf der Stange

Vom Diebstahl in der Nacht zu Montag haben die anderen Hennen aber wohl nichts bemerkt. "Die Hühner kann man einfach von der Stange runterpflücken, wenn sie schlafen", erzählt Heidmann. Wenn die Tiere geschlachtet werden sollen, würde man sie auch nachts abholen.

Auslauf auf grüner Wiese

Bis dahin sollen sie aber ein schönes Leben haben und kräftig Eier legen. Morgens gehen die Klappen des Hühnermobils automatisch auf, sodass die Tiere auf der großen Wiese Auslauf an der frischen Luft haben. Außerdem haben die Tiere ständig frisches Gras zur Verfügung, da der Stall immer wieder versetzt wird. Eine Stunde nach Dämmerung gehen die Klappen automatisch zu, dann sind alle Hühner wieder im Stall.

Jeden Abend Kontrolle

"Ich kontrolliere jeden Abend, ob alles in Ordnung ist", berichtet Heidmann. So war es auch am Sonntagabend. Am nächsten Morgen fehlte dann nicht nur das Vorhängeschluss, sondern auch zehn bis zwölf Hühner und deren Eier.