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Langlingen "Damals war es romantischer"
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen "Damals war es romantischer"
10:01 08.10.2018
Reges Treiben auf dem Gelände des Dorfmuseums in Langlingen: Bei bestem Wetter haben Besucher und Veranstalter am Sonntagnachmittag Erntedankfest gefeiert. Quelle: Birgit Stephani

Das Eisen will geschmiedet werden, solange es heiß ist. Das ist nicht nur ein altbekanntes Sprichwort, sondern auch in der Wirklichkeit so. Bis das Feuer allerdings genug Wärme abgibt, dauerte es beim Erntedankfest im Dorfmuseum eine Weile. Zeit genug für Schmied Norbert Marizy und seine Gehilfin Marita Steven, die umstehenden Besucher in die Kunst des Schmiedens einzuführen.

Überall auf dem Gelände an der Hauptstraße in Langlingen können Besucher alte Handwerkskunst hautnah erleben und teilweise sogar ausprobieren. Reger Andrang herrscht beispielsweise an der Station, an der man mit reiner Muskelkraft sein eigenes Seil drehen kann. "Eigentlich ganz einfach", findet Horst Jürgens, "und so ein Seil, das kann man ja immer gebrauchen."

Weiter hinten auf dem Hof können die Besucher eine alte Dampfmaschine bewundern. Maschinist Karsten Hälbig heizt das Gefährt ordentlich ein, um sie auf Höchstleistung zu bringen. Höchstleistung bedeutet in diesem Fall, wie die Zuschauer erfahren, 24 PS. Die Maschine aus dem Jahr 1935 stammt ursprünglich aus einem Sägewerk und wurde in den 1950er oder 60er Jahren von Franz Werner geborgen und auf ein Fahrgestell montiert. Noch bis 1995 präsentierte der 1903 geborene Dampfmaschinenfan seine Maschine selbst im Langlinger Raum. Wenig später verkaufte er sie an Alfred Oelker, von dem der Förderkreis Dorfmuseum Langlingen die Maschine letztlich übernahm und zu besonderen Anlässen immer wieder gerne präsentiert. So ein Anlass war am Sonntag sicherlich das Erntedankfest. Ebenfalls geöffnet war an diesem Tag auch der Kräutergarten. Genauso konnten die Besucher einen Blick in die Museumsräume werfen.

Nicht weit entfernt von der Dampfmaschine präsentiert Besenbinder Horst Eggelmann sein Handwerk und fertigt direkt vor Ort die beliebten Reisigbesen an. "Das sind die besten Besen überhaupt", sagt Zuschauer Adolf Gerkens. "Damit bekommt man jeden Dreck weg." Er schwört auf Reisigbesen und erklärt: "Diesen neumodischen Kram kann man vergessen."

Das Erntedankfest im Dorfmuseum Langlingen ist mal wieder ein Besuchermagnet für viele Ausflügler. Egbert Ehm ist mit seiner Frau auf Fahrrädern von Lachendorf aus nach Langlingen gekommen. "Wir haben eine kleine Radtour hierher gemacht und fahren jetzt über die Langlinger Schleuse wieder zurück." So wie er haben es an diesem Tag viele Besucher gemacht. Selbst am späten Nachmittag ist an den Sitzgelegenheiten nur schwer ein freier Platz zu finden. Um die Vorführungen herum drängen sich ebenfalls die Besucher und staunen, wie früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde. "Da ist es heute mit den ganzen Maschinen schon wesentlich leichter", urteilt Horst Meyer und wird eines Besseren belehrt: "Leichter ja, aber damals war es wesentlich romantischer", findet seine Frau Ingrid.

Von Birgit Stephani

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