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Langlingen Langlingen will ans schnelle Netz
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Langlingen will ans schnelle Netz
06:30 19.09.2019
Von Carsten Richter
Langlingen soll flächendeckend mit Breitband versorgt werden.  Quelle: Gehard Seybert Medien&Presse Service
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Langlingen

Der Anfang ist gemacht, nun müssen sich die Langlinger entscheiden: Wollen sie Glasfaser-Anschlüsse oder nicht? Und wenn ja, von welchem Anbieter? Dass das Interesse an schnellem Internet in der Gemeinde vorhanden ist, daran ließ die Resonanz auf die Info-Veranstaltung am Dienstagabend im Gasthaus Angermann-Kuhls keinen Zweifel. Rund 120 Einwohner waren der Einladung der Gemeinde gefolgt.

Alter Ortskern noch unterversorgt

Die Breitband-Versorgung auf dem Land ist auch in der Landespolitik ein großes Thema. Bei der Veranstaltung am Dienstag kamen die meisten Bürger aus dem Kernort Langlingen – was Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann wenig überrascht. Gerade der alte Ortskern sei noch unterversorgt, erläutert er auf CZ-Nachfrage. "Es ist meine Sorge, dass wir abgehängt werden. Unser Ziel muss eine nachhaltige Breitbandversorgung sein." Welchen immensen Stellenwert ein vorhandenes Glasfasernetz hat, macht der Bürgermeister am neuen Baugebiet "Südlich der Alten Bahntrasse" fest. Nur vier Grundstücke seien inzwischen noch frei. Was seiner Meinung nach an den dort von der SVO verlegten Glasfaserleitungen liegt.

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FNOH kann auf eigene Leitungen zurückgreifen

Neben der SVO waren auch der Landkreis Celle und der Hänigser Anbieter FNOH Südheide bei der Veranstaltung vertreten. Das Unternehmen, das seit 2004 Kunden in der Region Uetze und im Celler Südkreis betreut, betrieb besonders aktiv Werbung. "Wir können auf viele eigene Leitungen zurückgreifen und brauchen nicht mehr verlegen", erläuterte Geschäftsführer Marc Blechschmidt. Die Telekom hatte zum Jahreswechsel 2019/2020 bestehende Verträge im Kernort gekündigt – diese Lücke gilt es nun zu schließen.

Bei einer Infoveranstaltung mit Ulrich Finke (SVO), Marc Blechschmidt (FNOH), Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann, Cord Homann (FNOH), Daniel Eckardt (Landkreis Celle) im September war das Interesse der Langlinger groß. Bei der Vorvermarktung herrscht hingegen  noch Zurückhaltung.  Quelle: Carsten Richter

Wiedenrode als "Selbstläufer"?

Bereits vor Jahren hatte die FNOH in der Gemeinde VDSL-Leitungen installiert. In Langlingen, Nienhof, Hohnebostel und Wiedenrode liegen bis zu den Verteilerkästen der FNOH bereits Glasfaserkabel in der Erde – es muss nur noch der Anschluss bis ins Haus gelegt werden. Mit der aktiven Vorvermarktung hat das Unternehmen bereits Mitte August begonnen. Im Fall von Wiedenrode spricht Blechschmidt schon von einem "Selbstläufer", auch in Hohnebostel schreiten nach seinen Angaben die Anmeldungen für Glasfaser voran.

Wird Ziel bis 2025 erreicht?

Der Landkreis darf sein Internet überall da anbieten, wo nicht schon eine Versorgung mit mehr als 30 Mbit besteht. "Unser Ziel ist es, dass jeder über einen Glasfaseranschluss verfügt", sagte Daniel Eckardt, Chef des Eigenbetriebs Breitbandausbau beim Landkreis. Ob das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel eines flächendeckenden Ausbaus bis 2025 erreicht werde, sei aber fraglich. Bislang haben Vodafone und der Landkreis vor allem im südöstlichen Kernort und in Fernhavekost Glasfaser verlegt. Anfang 2020 werde der Landkreis eine zweite Vorvermarktungsphase starten, so Eckardt.

Landkreis: Keine Kosten für Hausanschluss

Anfang des Monats kündigte die Kreisverwaltung außerdem an, dass "alle Kunden, welche einen Vertrag während der Vorvermarktung abgeschlossen haben, nun keinen eigenen Kostenanteil für den Hausanschluss mehr zahlen" müssen.

SVO will Interesse abwarten

Die SVO will zunächst einmal die Interessensbekundungen über die Homepage abwarten. Bei der danach startenden Vorvermarktungsphase gilt wie bei allen anderen Anbietern: "Wenn 40 Prozent zusammen kommen, bauen wir aus", sagte SVO-Geschäftsführer Ulrich Finke. "Im ländlichen Raum suchen wir immer auch nach Alternativen", ergänzte Sprecherin Anne Ruhrmann gestern auf Nachfrage. "Dafür halten wir uns alle Möglichkeiten offen."

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