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Langlingen Strandfreibad braucht neuen Schwimmmeister
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Strandfreibad braucht neuen Schwimmmeister
17:50 06.03.2019
Von Carsten Richter
Dirk Eppler-Borchers (rechts) tritt im Mai einen neuen Job an. Helfried H. Pohndorf bedauert die Entscheidung. Quelle: Joachim Gries (Archiv)
Offensen

Die Samtgemeinde Flotwedel braucht einen neuen Schwimmmeister: Dirk Eppler-Borchers, der das Strandfreibad an der Langlinger Schleuse in den vergangenen drei Jahren betreut hatte, hat gekündigt. Der 49-Jährige tritt im Mai eine neue Stelle in Verden an. Im CZ-Gespräch erklärt er, er hätte sich von der Verwaltung im Wienhäuser Rathaus mehr Unterstützung gewünscht.

Zusätzliche Manpower hat gefehlt

Vor allem im vergangenen Sommer hatte er wegen der langen Hitzeperiode beinahe rund um die Uhr zu tun. Rasen mähen, Hecken schneiden, Toiletten und Duschen reinigen waren nur einige seiner Aufgaben. "Ich hatte einen Sieben-Tage-Job und war mit allem komplett allein", sagt er. Zwar habe ihn der Bauhof mit Materialien unterstützt, "aber die Manpower hat gefehlt".

Keine Übereinkunft mit Samtgemeinde gefunden

So hat er die Seilrutsche zusammen mit der Jugendpflege aufgebaut. Die Luftmatratzen und andere Ausstattungen habe er aus eigener Tasche bezahlt. Nach Feierabend hat er – freiwillig – noch Schwimmunterricht erteilt. Für den Erwerb des DLRG-Rettungsscheins habe ihm die Samtgemeinde lediglich die Trainingsstunden im Europabad Nienhagen bezahlt; die Kosten für den Lehrgang hat er selbst finanziert. "Es ist schade, dass wir keine Übereinkunft gefunden haben", sagt Eppler-Borchers.

Nur geringes Budget vorhanden

Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf bedauert die Kündigung. Dirk Eppler-Borchers habe "mehr als das übliche Maß geleistet", sagt der Verwaltungschef auf CZ-Anfrage. Er berichtet, der Schwimmmeister habe ihm eine Liste gegeben mit aus seiner Sicht erforderlichen oder wünschenswerten Anschaffungen für das Strandfreibad. "Bestimmte Ideen aber sind nicht umzusetzen", erläutert Pohndorf. Eine neue Rutsche beispielsweise habe das Budget nicht hergegeben, erst recht kein weiteres Personal. "Wir sind gehalten, so wenig wie möglich auszugeben."

2019 wird in Freibad investiert

Pohndorf weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass 2019 das Bad erstmalig umfassend saniert werde. "Über 40 Jahre ist nichts passiert, jetzt geht es voran." 157.000 Euro sind dafür im Haushalt der Samtgemeinde veranschlagt, Zuschüsse über die ZILE-Richtlinie sind beantragt. Touristen sollen in "Mini-Hotels", sogenannten Schlaffässern, übernachten können. "Wir investieren jetzt so viel wie seit Jahren nicht", so Pohndorf. Nachdem er die Kündigung von Eppler-Borchers erhalten habe, habe er noch ein Gespräch mit ihm geführt, doch er habe sich nicht mehr umstimmen lassen.

Das Arbeitsverhältnis sei für ihn wegen der hohen Belastung "unhaltbar", so der Schwimmmeister zur CZ. Und: "Für die Badegäste tut mir das sehr leid."

"Immer lockeren Spruch auf den Lippen"

Ingrid Krüger-Meyhoff aus Kirchlinteln hat das Strandfreibad vor zwei Jahren bei einem Urlaub in Celle kennengelernt. "Er hatte für jeden ein offenes Ohr und auch gerne mal einen lockeren Spruch auf den Lippen", sagt sie über Eppler-Borchers. Auch sie bedauert, dass er das Bad verlässt. Er war die "gute Seele" der Einrichtung.

Die Samtgemeinde hat unterdessen zum 1. Mai die Stelle eines Rettungsschwimmers neu ausgeschrieben. "Wir nehmen noch Bewerbungen entgegen", sagt Pohndorf.

Einen Bewerber gebe es bereits, sagt Pohndorf. Er hofft, dass sich noch mehr Interessierte für die Stelle finden. "Wir möchten, dass das Bad nicht geschlossen bleibt." Sollte sich kein geeigneter Kandidat finden, wäre das allerdings der Fall, so der Samtgemeindebürgermeister. Die Zeltgruppen könnten jedoch in jedem Fall auf das Gelände. "Auf eigene Gefahr", wie Pohndorf betont.

Der Langlinger Gemeinderat sieht die Chancen schwinden, dass sich ein Arzt im Ort ansiedelt. Grund ist das geplante Gesundheitszentrum in Bröckel.

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