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Langlingen Ein Dorf im Kinderblick
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Ein Dorf im Kinderblick
13:22 07.05.2019
Von Benjamin Behrens
Casimir hat sich für einen See am Ortsrand Langlingens als Motiv entschieden. Dort lässt er sich und seinen Bruder angeln, während Libellen über das Wasser huschen. Quelle: Benjamin Behrens
Langlingen

Kinder sehen die Welt einfach anders. Neugierde, Offenheit, Wissbegierde und der Wunsch, viel kennen zu lernen, sowas geht Erwachsenen im Laufe der Jahre verloren. Nicht von ungefähr gibt es den Ausdruck „sich sattsehen“. Schüler der Grundschule Langlingen haben sich nicht sattgesehen. Im Gegenteil. Sie haben einen Mordshunger. Ihre Eindrücke aus ihrem Wohnort haben sie zusammen mit der Celler Künstlerin Ruth Schimmelpfeng-Schütte und im Kunstunterricht festgehalten. 72 Bilder sind ab sofort im Allerhaus zu sehen, am Sonntag wurde die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet.

Frühlingstag voll Fantasie

Die zahlreichen Bilder im A4-Format hängen bunt eingerahmt an den Wänden. Gelungen sind alle, manche stechen allerdings besonders hervor. Der neunjährige Casimir ist der Einzige, der sich für Schwarz-Weiß entschieden hat. Er hat mit Bleistift skizziert, was er an einem warmen Frühlingstag mit seinem Bruder Constantin unternehmen würde. Die Geschwister sitzen an einem See am Ortsrand Langlingens. Von einem Steg aus haben sie ihre Angel ausgeworfen, Fahrräder lehnen in der Nähe an einem Baum. „Ich kann gar nicht angeln, das habe ich mir nur ausgedacht“, gibt Casimir zu. Dafür hat er Fantasie und ein Gespür für Details. Wer genau hinsieht, entdeckt eine Libelle, die über das Wasser saust.

Bilder wecken Kindheitserinnerungen

Andere kleine Maler haben Pferdekoppeln, Baumhäuser oder den Fußballplatz festgehalten. Auch der Ortskern mit dem Dorfplatz und einem Supermarkt taucht auf. Alles Orte, die ihnen offenbar wichtig sind. Weil sie ihre Freizeit dort verbringen, gemeinsam mit den Eltern den Einkauf für ein schönes Wochenende erledigen. Auch Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann freut sich über eine solche Motivauswahl. Aber er zeigt auch, wie anders „die Großen“ die Welt sehen: „Sport, Gemeinschaft und die Grundnahrungsmittel, das trifft die Bedeutung schon ganz gut“, sagt Angermann. Doch das Sinnieren über Infrastruktur holt offenbar die Erinnerung hervor. Angermann kommt mit Frank Grote, Vorsitzender des Fördervereins Langlinger Dorfleben und Mitorganisator der Ausstellung, ins Gespräch. „Da auf dem Dorfplatz haben wir auch gespielt. Wo der Edeka ist, war früher ein Sägewerk“, erinnert sich Grote.

Die Idee zu dem Projekt entstand, als Schimmelpfeng-Schütte selbst vor zwei Jahren mit einer Ausstellung im Allerhaus zu Gast war. „Das Haus sollte den Einwohnern ein bisschen näher gebracht werden. Dann haben wir überlegt, was man sonst noch so machen kann“, sagt die Künstlerin. „Es sind wunderschöne kleine Bilder geworden“, sagt die Cellerin. Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 18. Juni, im Allerhaus zu sehen. (ben)

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