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Langlingen Irrungen und Wirrungen einer Ehe
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Irrungen und Wirrungen einer Ehe
19:29 03.04.2019
Von Svenja Gajek
Von links nach rechts: Martin (Dennis Backofen), Beate (Andrea-Julia Cammann), Erika (Manuela Lingner) und Harald Schäfer (Andreas Wolf). Quelle: Svenja Gajek
Nienhof

Beziehungen von Müttern zu ihren erwachsenen Kindern sind häufig kompliziert und scheinen oft festgefahren zu sein. Für Theaterautoren sind derartige Familiensituationen aber eine nicht versiegende Quelle an ernsten und komischen Situationen, die auf der Bühne verarbeitet werden können.

Bauchgefühl beim Text

Die Nienhofer Laienspieler proben bereits seit Januar die Komödie "Der Muttersohn" des Hannoveraner Autors Florian Battermann. Es ist ein Stück, das vor allem durch seine schrulligen Charaktere und pointierten Dialoge lebt. "Ich kann gar nicht mehr genau sagen, warum mir dieser Text schon im September aufgefallen ist", wundert sich Spielleiterin Sabine Surburg, "das war einfach so ein Bauchgefühl. Wichtig ist auch, dass wir die passenden Leute haben, um das Stück gut zu besetzen."

Figuren und Schauspieler sind sich ähnlich

Tatsächlich gibt es so manche Parallelen zwischen den Schauspielern und den Figuren. Andreas Wolf spielt einen Staubsaugervertreter und hatte tatsächlich einmal beruflich mit elektronischen Haushaltshelfern zu tun. Hauptdarstellerin Andrea-Julia Cammann ist wie ihr Part schwanger, allerdings wurde der Text von Surburg dementsprechend angepasst. "Die Änderungen sind nicht besonders groß", erzählt Cammann, "aber man sieht den Bauch ja jetzt schon ziemlich deutlich. Es wäre etwas seltsam, wenn wir nicht darauf eingehen."

Beziehung einer Mutter zu ihrer verheirateten Tochter

Das Baby im Stück droht in eine etwas schwierige Ehe hineingeboren zu werden. Denn eigentlich sollte Beate mit ihrem Mann Martin glücklich verheiratet sein, wenn dieser nur nicht so ein schreckliches Muttersöhnchen wäre. Sie selbst hat zu ihrer eigenen Mutter Erika schon seit Jahren keinen Kontakt mehr. Diese lebt mittlerweile auf Mallorca und hat sich dort zum Ärger ihrer Tochter zur männerverschlingenden Powerfrau entwickelt. Martin möchte diesen kommunikationslosen Zustand ändern und lädt Erika zu einem gemeinsamen Abendessen in der Wohnung des Paares ein. Doch am entscheidenden Abend geht alles schief. Nach einem Ehekrach verschwindet Martin noch vor Ankunft der Mutter. Beate muss nun schnell einen Ersatz für den fehlenden Ehemann heranschaffen. Zum Glück taucht im letzten Moment der Staubsaugervertreter Harald Schäfer auf, der kurzerhand als Double verpflichtet wird. Zunächst scheint Erika keinen Verdacht zu schöpfen – als dann jedoch der echte Martin wieder vor der Tür steht, gerät Beate zunehmend in Erklärungsnöte.

Reaktionen des Publikums größter Lohn

Die Komödie bereitet allen Beteiligten sichtlich großen Spaß. "Beate liebt ihren Ehemann schon, sie versteckt das einfach nur", erklärt Cammann. "In dieser Ehe hat sie definitiv das Zepter in der Hand. Dauernd macht sie ihrem Mann Vorwürfe. An ihrer Situation ist sie ganz klar selbst schuld, erkennt aber am Ende, dass alles doch gar nicht so schlimm ist." Die junge Frau wollte schon als Kind beim Theater mitwirken. Nach ihrem Umzug vor sechs Jahren konnte sie ihren Traum endlich wahr machen. "Die Reaktionen des Publikums reizen mich am meisten. Wenn die Leute richtig mitgehen, ist das für uns Laiendarsteller der eigentliche Lohn." Andreas Wolf verkörpert den Vertreter. "Die Rolle ist von der Sprache her sehr angenehm", sagt er. "Harald spricht kurze, überdeutlich betonte Sätze. Das mag ich einfach."

Überzeichnete Charaktere und passendes Bühnenbild

Hier und da gibt es noch einige Texthänger. Die Requisiten sind noch nicht alle an der richtigen Stelle und die Kostüme fehlen, doch Surburg ist sich sicher, dass diese Kinderkrankheiten bis zur Premiere am Freitag verschwunden sein werden. Nur das Bühnenbild ist jetzt schon wunderbar eingerichtet: Die kitschige Tapete und die stereotypen Rattanmöbel passen ausgezeichnet zu den überzeichneten Biedermann-Charakteren. An der Wand ist das Bild eines stilisierten Hirsches zu sehen, das sich absichtlich mit dem Rest der Einrichtung schneidet. "Meine Tochter hatte das bei sich in der Wohnung hängen", bemerkt Surburg lächelnd. "Ich hab mir gleich gedacht: Das passt doch zu uns."

Die Premiere findet am Freitag um 20 Uhr im Gasthaus Duda in Nienhof statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse zum Preis von 4 Euro für Kinder und 7 Euro für Erwachsene. Weitere Aufführungen am 6. April um 19 Uhr und am 7. April um 17 Uhr sind bereits ausverkauft.

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