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Langlingen Langlinger Kinder häkeln mit Plastikmüll
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Langlinger Kinder häkeln mit Plastikmüll
14:08 20.07.2016
Die elfjährige Nele (rechts) häkelt eine handliche Tragetasche aus Garn und alten Plastiktüten. Quelle: Tabea Rabe
Langlingen

Kerl leitet die Ferienpassaktion "Häkeln mit Plastikfolie" im Langlinger Gemeindehaus. Fünf Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren arbeiten entspannt und mit Spaß an Handtäschchen, Handytaschen und Säckchen, alles gehäkelt aus Garn und Plastik. Eine Teilnehmerin hat aufgrund des guten Wetters abgesagt, doch das nehmen ihr Kerl und die drei Helferinnen nicht übel.

Für dieses Häkeln der besondern Art haben die Mädchen alte Plastiktüten von zu Hause mitgebracht. Jede Tüte zählt, egal wie schlicht und langweilig sie auf den ersten Blick erscheinen. Aus ihnen werden dann sehr lange und etwa einen Zentimeter breite Bänder geschnitten, die wie Garn zusammengerollt werden können. Die Dicke des Plastiks ist dabei entscheidend. Zu steife Plastiktüten lassen sich schwer häkeln, während hauchdünne Tüten lediglich zu sehr kleinen und feinen Mustern führen. Am idealsten, erläutert Kerl, sei das gute Mittelmaß. Auch die Breite ist entscheidend. Je breiter das Band, desto stabiler, aber auch desto widerspenstiger.

Vorkenntnisse müssen die Mädchen nicht mitbringen, das Grundprinzip ist schnell gelernt und die Häkelmuster gehören zu den einfacheren. Trotzdem können hübsche Taschen daraus entstehen. Die siebenjährige Maibritt hat zwar selbst noch kein richtiges Handy, aber ihr Spielhandy bekommt trotzdem eine wunderschöne blaue Handytasche. "Dann liegt es nicht so in der Tasche rum. Das ist ja doof", meint Maibritt.

Zur Stärkung stehen Getränke und frische Erdbeeren auf dem Tisch. Auch ein paar Süßigkeiten sind griffbereit, damit es den Mädchen bei der plötzlich aufgekommenen Hitze der vergangenen Tage auch an nichts mangelt.

Kerl ging es bei der Idee um die Vermeidung von zusätzlichem Müll. Nachdem sie einen Bericht im Fernsehen gesehen hatte, in dem es um Plastikmüll im Meer ging, hat sie sich selbst gefragt, ob die Tüten nicht einfach eine neue Aufgabe bekommen könnten. Auch findet sie es gut, dass Plastiktüten seit Kurzem bezahlt werden müssen. So viel Müll werde weggeschmissen, obwohl man daraus noch etwas Neues machen könne: "Es geht auch darum, das Bewusstsein zu wecken, auch bei Kindern".

Von Tabea Rabe