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Langlingen Von der Wohnung bleibt nur ein Trümmerhaufen
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15:33 04.01.2019
Von Carsten Richter
Szenen wie in einem Katastrophenfilm: Ein Feuer hat die Wohnung, in der Frank Heyda zur Miete gewohnt hat, komplett zerstört. Quelle: Oliver Knoblich
Langlingen

Frank Heyda ist gewiss kein ängstlicher Typ. Aber was er am 14. Dezember erlebte, hat ihm mehr als nur einen Schrecken eingejagt. "Plötzlich stand ich vor einer Flammenwand. Ich habe keine Luft mehr bekommen und um Hilfe gerufen", erzählt der 57-Jährige drei Wochen später. Nach dem Brand in seiner Langlinger Dachgeschosswohnung ist das Entsetzen noch immer groß. Von einem Tag auf den anderen stand der Mieter vor dem Nichts – er hat alles verloren. "Mein komplettes Leben ist weg", sagt er.

Fußboden mit Glasscherben übersät

Wer an dem Haus an der Hauptstraße vorbeifährt, sieht nicht viel mehr als die Planen auf dem Dach, die mit Holzlatten befestigt sind und die die Schäden abdecken sollen. Vielleicht fällt Autofahrern noch das rot-weiße Flatterband der Polizei rund um das Grundstück auf – die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Was das Feuer angerichtet hat, wird erst beim Betreten des Gebäudes sichtbar. Es sind Anblicke, die man nicht so schnell vergisst. Der Fußboden ist mit Glasscherben übersät. Hinzu kommen Holzbalken, die das Feuer aus der Decke gerissen hat. "Das ist wie Krieg", sagt Heyda, wenn er sich die verkohlten Überreste seines Hab und Guts ansieht. Es ist nichts mehr übrig geblieben. Waschmaschine, Fernseher, Sofa, Schränke – alles ist verkohlt, die Wände sind schwarz vom Ruß. Es ist eine Szenerie wie in einem Katastrophenfilm: Der Laptop steht noch aufgeklappt auf dem Schreibtisch. Im Kleiderschrank liegen Hosen und Hemden. Das Feuer hat den 57-Jährigen mitten aus seinem gewohnten Alltag gerissen.

Komplett von vorne anfangen

Heyda muss nun komplett von vorne anfangen. Dabei sollte doch gerade die Wohnung in Langlingen ein Neubeginn sein. "Hier hätte ich alt werden können", sagt er. Erst im März 2018 ist er in die Dachgeschosswohnung eingezogen. Im Erdgeschoss hat eine Bekannte gelebt – auch ihre Wohnung wurde durch den Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen und ist unbewohnbar. Ihretwegen ist er nach Langlingen gezogen. Bis vor fünf Jahren hat er in Braunschweig mit seiner Freundin zusammengewohnt. Nachdem sie völlig unerwartet gestorben war, blieb Heyda zunächst in der gemeinsamen Wohnung. Doch die Erinnerungen an sie hat er letztlich nicht mehr ausgehalten. Erst wenige Tage vor dem Brand hatte er, von Beruf Maler, seine neue Mietwohnung fertig renoviert. "Der Fernseher war gerade erst zwei Wochen alt", erzählt er.

Nur stundenweise arbeiten

Heyda ist vom Leben gebeutelt. Er leidet an ADHS und Osteochondrose, einem Verschleiß der Bandscheiben. Kurz nach dem Tod seiner Freundin wurde die Krankheit festgestellt. Das hat zur Folge, dass er nur stundenweise arbeiten kann – was wiederum Einbußen beim Gehalt bedeutet. Mit der Arbeit versucht er sich finanziell über Wasser zu halten. Sie ist aber auch das einzige Mittel, was ihn derzeit ablenkt. Seine Gedanken kreisen um den Brand und darum, wie es weitergehen soll.

Plötzlich hat es geknallt

Die Bilder vom 14. Dezember gehen ihm nicht aus dem Kopf. Als das Feuer ausbrach, hat er im Eingangsbereich im Erdgeschoss die Wände gestrichen. Minuten vorher hatte er in seiner Wohnung darüber noch den Boden gewischt, er musste nur noch trocknen. "Plötzlich habe ich einen lauten Knall gehört. Ich lief die Treppe rauf – da stand das Badezimmer in Flammen", erzählt Heyda. Ein Schock für ihn. "Ich hatte keinen Qualm gerochen."

Brandursache noch unklar

Die Brandursache ist nach Angaben von Polizeisprecherin Birgit Insinger noch unklar. Lediglich ein Blitzeinschlag lasse sich derzeit ausschließen. "Es müssen noch die Untersuchungsergebnisse eines Sachverständigen abgewartet werden", so Insinger. Die Schadenshöhe wird auf 250.000 Euro geschätzt.

Keine Rauchmelder installiert

Eine Versicherung hat Heyda aus Kostengründen nicht abgeschlossen, die Eigentümerin wohnt weit weg. Rauchmelder waren trotz Vorschrift in dem Haus nicht eingebaut. Vorerst ist er notdürftig bei einer Bekannten in Nordburg untergekommen, aber das ist keine Dauerlösung. Dringend sucht er nun eine neue Wohnung. Um erneut von vorne anzufangen. Irgendwie.

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