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Langlingen Langlinger reißt Brieftauben den Kopf ab
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18:52 25.03.2019
Von Christian Link
Laut dem Verband Deutscher Brieftaubenzüchter gibt es in Deutschland rund 30.000 Züchter, "die ihre Tiere lieben und sich tagtäglich mit vollster Hingabe um ihr Wohlergehen bemühen".  Quelle: Verband Deutscher Brieftaubenzüchter (Symbolfoto)
Langlingen

Ein Augenzeuge hatte den Mann im September 2018 nach eigenen Angaben dabei beobachtet, wie er den Tieren den Kopf abriss und zeigte ihn daraufhin bei der Polizei an. Die Tierrechtsorganisation Peta erstattete ebenfalls Anzeige und vermeldete gestern immerhin einen Teilerfolg.

Das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde zwar eingestellt – doch nur gegen eine Zahlung von 200 Euro. Wie Peta berichtet, war der Züchter seiner drei Vögel wohl überdrüssig geworden und hatte diese als "unbrauchbar" eingestuft. Gegenüber dem Augenzeugen habe er die Enthauptung mit den Worten "das macht man so" kommentiert.

Peta hat auch zwei Fotos der drei enthaupteten Tauben veröffentlicht. Bei einem Tier erkennt man deutlich, dass der Kopf nicht abgetrennt, sondern mit brachialer Gewalt vom übrigen Körper entfernt wurde. "Der Beschuldigte hat im Rahmen seiner Vernehmung die Tat gestanden und sich einsichtig gezeigt", sagte Staatsanwalt Jan Christoph Hillmer. Weitere Details konnte er am Montag nicht nennen, da die Verfahrensakten bereits ins Archiv gewandert sind.

Peta und Brieftaubenzüchter sind verfeindet

Die Selektion durch Halsumdrehen oder Enthauptung ist nach Angaben der Peta-Aktivisten eine gängige Praxis im Brieftaubensport. Tauben, die nicht den Leistungsanforderungen entsprechen, würden von den Haltern "rigoros" selektiert, sprich getötet werden. Beweisen lässt sich das nicht, nur ganz selten werden solche Tötungen öffentlich. Auch der Staatsanwaltschaft Lüneburg sind keine vergleichbaren Fälle bekannt. Der Verband deutscher Brieftaubenzüchter wiederum fordert, der "selbsternannten Tierschutzorganisation" Peta die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Der Verein verbreite immer wieder falsche Tatsachen.

Die Enthauptung von Tauben verstößt gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, nach dem einem Wirbeltier keine "erheblichen Schmerzen oder Leiden" durch "Rohheit" zugefügt werden dürfen. Eine Zuwiderhandlung kann mit Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. "Reißen Züchter den Tieren bei lebendigem Leib den Kopf ab, fügen sie ihnen erhebliche Schmerzen oder Leiden zu", so Peta.

Züchter trotz Geständnis nicht vorbestraft

Laut Hillmer ist es ein gängiges Verfahren, dass Verfahren gemäß Strafprozessordnung (Artikel 153a) gegen eine Zahlung oder andere Auflage eingestellt werden, "wenn diese geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht". Diese Voraussetzungen hätten in diesem Fall vorgelegen. Die Geldauflage von 200 Euro sei vom Beschuldigten bereits an die Landeskasse entrichtet worden. Der Langlinger gilt durch die Zahlung nicht als vorbestraft.

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