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Langlingen Veterinäramt bricht Streit vom Zaun
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Veterinäramt bricht Streit vom Zaun
08:32 01.09.2018
Von Christian Link
Auf Anordnung des Kreisveterinäramts musste Herbert Lemmer kürzlich den Stacheldraht rund um seine Pferdeheide mit Flatterband umwickeln, damit sich die Tiere nicht verletzten. Stute Elliette (rechts) lebt hier schon seit 22 Jahren. Quelle: Christian Link
Nienhof

Seit Monaten bemängelt das Amt trotz Nachbesserungen wieder die Umzäunung seiner Weidekoppel: Der Stacheldraht sei zu gefährlich und der Zaun überhaupt nicht ausbruchssicher. Der ehemalige Bauingenieur und Hochschuldozent ärgert sich über die Vorgaben: "Ich halte das für völlig überflüssig."

"Seit 1975 züchte ich Pferde, ich habe fast jedes zweite Jahr ein Fohlen gehabt", berichtet Lemmer. Doch mittlerweile ist dem 75-jährigen Tierfreund die Pferdezucht zu mühsam geworden. Nur von seiner ehemaligen Zuchtstute Elliette, die laut Hauptstutbuch bereits 22 Jahre alt ist, mag er sich nicht trennen. Und damit die betagte Mutter ihren Lebensabend nicht allein verbringen muss, hat Lemmer auch ihren 12-jähriger Sohn Subito als Gesellschafter behalten.

Die beiden Hannoveraner leben schon ihr ganzes Leben auf einer dreieinhalb Hektar großen Pferdeweide am Schwarzwasser nördlich von Nienhof. "Das ist wie ein Biotop", beschreibt Lemmer das naturbelassene Gelände. Doch im Januar entdeckte das Kreisveterinäramt die Weide und bemängelte: "Bei der erstmaligen amtstierärztlichen Kontrolle ihrer Pferdehaltung wurde festgestellt, dass sie ihre Pferde nicht verhaltensgerecht unterbringen."

Lemmer kann die Vorgaben der Amtstierärzte nicht nachvollziehen. "Dass mir ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen wird, trifft mich sehr. Wer denkt, dass ich meinen Pferden was Schlechtes tun wollte, liegt völlig daneben", sagt er. Rund 20 Pferde habe er in Nienhof zur Welt gebracht und auf der Weide gehalten. Nie habe sich ein Tier am Stacheldraht verletzt: "Die Pferde kennen hier jeden Weg."

Der Aufforderung, den Drahtzaun für die Pferde deutlich zu markieren, ist der 75-Jährige trotzdem nachgekommen. Dass das Amt jetzt aber auch verlangt, das Gelände völlig ausbruchsicher zu machen, passt ihm aber gar nicht. "1994 ist mir hier ein Pferd vom Pferderipper erstochen worden, deswegen bin ich sehr besorgt um meine Tiere", sagt Lemmer. Seine dreijährige Stute Ester verendete mit schweren Stichverletzungen in der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Täter wurde nie gefasst.

Nun droht die Gefahr durch den Wolf, weshalb Lemmer seinen Tieren eine Fluchtmöglichkeit lassen will. "Sollten sie von einem Wolf angegriffen werden, müssen sie da rauskommen", sagt er und ist sich sicher: "Die Pferde verlassen ihre Heimat nicht, die laufen nicht raus."

Aus datenschutzrechtlichen Gründen möchte sich der Landkreis Celle nicht zu Details des Falls äußern. Behördensprecher Tore Harmening verweist jedoch an die hohen Anforderungen, die allgemein für Pferdezäune gelten: "Glattdraht, Stacheldraht und Knotengitter sind als alleinige Umzäunung einer Pferdeweide äußerst verletzungsträchtig und daher tierschutzwidrig." Dies gehe aus mehreren Gerichtsurteilen hervor.

Aus Sicht des Landkreises können Stacheldrahtzäune nur dann toleriert werden, "wenn sie in genügend großem Abstand durch einen weiteren, gut sichtbaren Innenzaun gesichert sind. Für die Pferde dürfe keine Verletzungsgefahr bestehen. Harmening: "Die Leitlinien schreiben auch eine gewisse Höhe der Zäune vor, die eingehalten werden muss."

Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. "Die Behörde stellt jedes Mal neue Forderungen auf", ärgert sich Lemmer. Er will sich nun mit rechtlichen Mitteln gegen die Bescheide und Zahlungsaufforderungen des Veterinäramts wehren. Das droht nämlich weitere Strafzahlungen an. Und im schlimmsten Fall sogar damit, dem Pferdefreund seine Tiere wegzunehmen.

Stute Elliette und Hengst Subito leben auf einer idyllischen Pferdeweide neben dem Schwarzwasser nördlich von Nienhof. Doch wegen der Umzäunung hat ihr Halter Herbert Lemmer jetzt Ärger mit dem Kreisveterinäramt.

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