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Wienhausen Bock auf Rock in Bockelskamp
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Bock auf Rock in Bockelskamp
13:08 13.08.2018
Von Michael Ottinger
Quelle: Oliver Knoblich
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Bockelskamp

Eine mehr als 5000 Kilometer lange Strecke liegt zwischen Sibirien und Bockelskamp. Die hat Jörg Schwarz aus Beedenbostel am Tag vor dem Bockpalast noch hinter sich gebracht, bevor er am Samstag mit rund 1500 anderen Besuchern zu einer Mischung aus Rock, Punk und Metal gefeiert hat. „Ich arbeite im Bergbau und war deshalb dort. Kaum war ich wieder hier, hab ich zufällig gesehen, dass Bockpalast ist. Da musste ich hin“, sagt der 52-jährige Musikfan. Immer, wenn er die Chance hat, zieht es ihn auf das Rockfestival. Wie oft er in der 39-jährigen Geschichte des Festivals schon mit dabei war, kann er nicht mehr genau sagen. „Aber ich war schon sehr oft hier.“ Und es mache ihm immer wieder Spaß.

Zum ersten Mal ist Marian Dreher aus Langlingen beim Bockpalast, was die 36-Jährige selbst ein bisschen erstaunt. Denn die erfahrene Festivalgängerin lässt kaum ein Musikfest aus. Unter anderem beim Deichbrand, Wacken und bei Rock im Harz war sie schon unterwegs. „Aber nach Bockelskamp hab ich es irgendwie nie geschafft“, sagt die 36-Jährige. Bis zu diesem Wochenende. Und darüber ist sie sehr froh. Denn gleich als eine der ersten Bands auf der Hauptbühne spielt Pure Tonic. Eine Gruppe, die Dreher bereits vom Helmerkamp-Festival kennt. „Die fand ich damals ganz gut und wollte jetzt hier mal gucken, wie die sich entwickelt haben.“

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Auch Marcus Müller freut sich über den Auftritt von Pure Tonic. „Die sind super. Schade, dass die gleich als erstes spielen“, so der 50-jähirge Celler. Die Band sei der Hauptgrund, warum er zum Bockpalast gekommen ist. „Die werden gleich von Beginn an richtig Druck machen“, sagt Müller. Und so sollte es dann auch kommen. Vom Startschuss weg legten die Musiker mit ihrem „Alternative Rock“ voll ins Zeug und schafften es damit spielend, den Tanzplatz direkt vor der Bühne zu füllen.

„Wir waren zum ersten Mal hier und es war richtig geil“, zieht Dennis Brandt, Bassist von Pure Tonic ein positives Fazit. Und sein Bruder und Schlagzeuger der Band, Patrick Brandt, ergänzt: „Man merkt hier einfach, dass die Leute noch richtig Bock auf Rock haben“. In Hamburg, wo die Gruppe einen Großteil ihrer Auftritte hat, sei das anders. „Da kommt es mir oft so vor, als seien die Leute einfach satt“, so der Schlagzeuger von Pure Tonic.

Für die Band war es nicht nur der erste Auftritt auf dem Bockpalast. Es war auch der erste Auftritt nach einer langen Bühnenpause. Im Mai hatten sie das letzte Mal vor Festival-Publikum gespielt. Die Zwischenzeit verbrachten die Musiker damit, an einem neuen Album zu arbeiten. „Wir haben viel zusammengesessen und Lieder getextet. Da war es schön, mal wieder rauszukommen, nicht nachdenken zu müssen und einfach zu spielen“, sagt Dennis Brandt.

Aber nicht nur Pure Tonic, auch die anderen Bands lieferten eine gute Show. Allen voran die vier jungen Briten von Twisted State of Mind. Technisch versiert versprühten die 18- und 19-Jährigen eine derartige Spielfreude, dass es vor der Bühne beim Publikum kein Halten mehr gab und ausgelassen getanzt wurde. Die gute Stimmung nahmen die Punkrocker der Band Knup aus Hamburg dankend auf und boten mit ihren teils lustigen und teils politisch-kritischen Texten eine musikalische Plattform für ausgelassenes Pogo-Tanzen.

Zum Abschluss enterten die Lokalmatoderen von Thousand Faces die Bühne und wussten mit einer gekonnten Performance voll zu überzeugen. Ihre geschliffenen Riffs in Kombination mit mal Growling- und mal gefühlvollen Vocals kamen bei ihren Fans bestens an. „Ein würdiger Abschluss eines gelungenen Abends“, sagt Christoph Fricke vom Organisationsteams des Bockpalast.

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