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Wienhausen Nach und nach frei gesungen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Nach und nach frei gesungen
14:18 13.06.2010
Jahreskonzert Frauensingkreis Celle in der Pauluskirche in Celle Quelle: Peter Müller
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Wienhausen

Geistliche Chormusik der Romantik wird hierzulande von Laienchören nicht gerade häufig aufgeführt. Viele Stücke dieser Zeit sind mit großer orchestraler Beteiligung und alleine schon deshalb nicht praktikabel. Dazu kommt, dass es gerade aus dieser Zeit eine Menge weltliche Chormusik gibt, die durchaus ihre Reize hat und häufig für den Laiengebrauch komponiert wurde. Es hat also seine berechtigten Gründe, wenn romantische Kirchenchormusik im Vergleich dazu eher ein Schattendasein fristet. Umso erfreulicher ist es, wenn doch einmal derartige Musik im kleineren Rahmen zur Aufführung kommt wie dieser Tage in der Wienhäuser Marienkirche und der Celler Pauluskirche.

Der Frauensingkreis Celle unter Thomas Dust hatte sich zusammen mit den Solistinnen Irmgard Weber, Irmtraut Griebler und Elke Winter ein weit gefächertes Programm vorgenommen und dabei die romantischen Klänge noch mit Musik von Gabriel Fauré angereichert, die ihre Wurzeln hörbar in der Romantik hat, aber doch eher impressionistisch geprägt ist.

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Die klangliche Resultate warn recht unterschiedlich beim Konzert in Wienhausen. Am Anfang klang der Chor noch spürbar verkrampft und unfrei. Da hatte man außerdem das Gefühl, dass dem Chor eine ausgiebige stimmbildnerische Schulung gut tun würde. Bei einigen Sängerinnen saß die Stimme hörbar falsch, was, das war das zweite Manko, im wenig homogenen Klang durchzuhören war. Das war ein wenig schade, spürte man doch vom ersten Ton an, dass der Chor mit vollem Engagement bei der Sache war. Im Laufe des Abends steigerte sich der Chor aber beträchtlich, so dass insbesondere die beiden letzten Stücke noch recht überzeugend gerieten.

Cecile Chaminades volkstümliches „Salutaris Hostia“ ließ aufhorchen. Da stimmte sowohl der Ausdruck als auch die Balance des Chores in sich. Bei den sowohl gut gesungenen als auch gut gestalteten recht umfangreichen „Gloria“- und „Credo“-Sätzen von Peter Cornelius wurde dann klar, über welch beachtliches Potential der Frauensingkreis verfügt.

Begleitet wurde der Abend von der umsichtig agierenden Julia Knauer an der Orgel, die mit geschickten Registrierungen zu gefallen wusste. Das von ihr solistisch dargebotene Orgelstück von Mendelssohn-Bartholdy litt allerdings unter einer deutlich zu verhaltenen Tempowahl.

Von Reinald Hanke