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Wienhausen Abschied und Neuanfang in St. Mariengemeinde
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Abschied und Neuanfang in St. Mariengemeinde
15:10 07.01.2019
Von Carsten Richter
Pastor Diederik Noordveld (rechts) wird die St.-Mariengemeinde verlassen, Ingo Krahn wird künftig die zweite Pfarrstelle in Eicklingen besetzen. Quelle: Oliver Knoblich
Wienhausen

Für den einen hat die Phase des Abschiednehmens begonnen, für anderen bricht eine Zeit des Kennenlernens an. Der eine ist ein Stadtkind, der andere auf dem Dorf aufgewachsen. Was sie verbindet: Beide sind Pastoren, beide sind 40 Jahre alt, beide sind verheiratet und haben zwei Kinder – und vor beiden liegen neue Aufgaben. Diederik Noordveld wird nach fünf Jahren die evangelisch-lutherische St. Marienkirche in Wienhausen verlassen – am Sonntag, 24. Februar, wird er verabschiedet. Mit Ingo Krahn wird die zweite Pfarrstelle, die seit vier Monaten vakant ist, neu besetzt – am Sonntag, 27. Januar, wird er in sein Amt eingeführt. Vor der Kirchengemeinde liegt somit eine Zeit des Umbruchs.

"Ich brauche Herausforderungen"

"Es ist keine Entscheidung gegen Wienhausen, sondern eine Entscheidung für Lüneburg", betont Noordveld. Gemeinsam mit seiner Frau Dorothea Noordveld-Lorenz, seit vier Jahren Pastorin der St.-Cyriacus-Gemeinde in Groß Hehlen, wird er künftig in der Salzstadt die St. Johannisgemeinde leiten. Beide haben sehr gerne in Wienhausen beziehungsweise Celle gearbeitet, trotzdem freuen sie sich auf die neuen Aufgaben. "Lüneburg ist eine schöne Stadt. Die Johanniskirche ist außerdem ein Ort für gesellschaftlichen Austausch und kulturellen Dialog mit dem Theater oder der Universität", sagt Diederik Noordveld und ergänzt: "Ich brauche Herausforderungen."

Viele Kontakte aufgebaut

Gleichwohl fällt Noordveld der Abschied aus dem Flotwedel nicht leicht. Mit Nordburg, Offensen, Oppershausen und Schwachhausen war er für den nördlichen Pfarrbezirk zuständig. Durch die Vakanz der zweiten Stelle, die nun Krahn besetzen wird, hat er aber zuletzt auch den südlichen Bezirk rund um Eicklingen vertretungsweise mitbetreut. "Eigentlich bin ich ein Stadtkind", sagt er. "Aber ich wollte immer auf dem Land arbeiten. Die Menschen hier sind sehr offen." Über die vergangenen Jahren hat er viele Kontakte aufgebaut. Ob im Supermarkt oder beim Arzt – man kennt sich. "Ich fahre meist winkend durchs Dorf", erzählt Noordveld. Wer auf ihn im nördlichen Pfarrbezirk folgen wird, entscheidet sich im März. Neu besetzt werde die Stelle nach den Sommerferien.

Menschen kennen lernen und zuhören

Das heißt: Für Krahn gibt es in den nächsten Wochen viel zu tun, da er nun umgekehrt vorläufig auch den Nordbezirk zuständig ist. Allerdings wird ihn eine emeritierte Pastorin unterstützen und ihm so den Einstieg erleichtern. "Meine erste Aufgabe wird es sein, die Menschen in der Gemeinde kennenzulernen und ihnen zuzuhören, erst danach will ich eigene Impulse setzen", erklärt der 40-Jährige. Erst kurz vor Weihnachten hat er mit seiner Frau und den beiden sieben und anderthalb Jahre alten Söhnen das Gemeindehaus in Eicklingen bezogen. Nun wolle er erstmal "lokale Luft atmen", wie er sagt.

Schwellenangst vor der Kirche nehmen

Krahn ist aufgewachsen in Hoheneggelsen (Landkreis Hildesheim). "Ich bin ein Dorfkind. Hier ist man sich bekannt und es gibt eine große Vertrautheit", sagt er. Das hat ihn auch dazu bewogen, sich auf die Stelle im Flotwedel zu bewerben. "Ich möchte auch den Menschen begegnen, die nicht sonntags um 10 Uhr in die Kirche kommen." Allerdings ohne den festen Kern der Gemeinde zu vernachlässigen, wie er betont. Kinder- und Jugendarbeit müssten genauso gewürdigt werden die älteren Generationen. "Beides muss sich die Balance halten", so Krahn. Den Menschen die Schwellenangst vor der Kirche zu nehmen, sei eine "große Aufgabe", sagt er.

"Kirche muss Lebensfreude vermitteln", ergänzt Noordveld. Sein Credo sei es, dass die Menschen im Gottesdienst mindestens zweimal lachen und selbst einmal bei einer Trauerfeier. Mit Ingo Krahn habe er "ein gutes Gefühl", dass das auch künftig gelinge.

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