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Wienhausen Sieben Jahre Haft für Überfall auf Penny-Markt
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Sieben Jahre Haft für Überfall auf Penny-Markt
14:19 17.06.2010
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Wienhausen

Bis zum Schluss der Beweisaufnahme wurde nicht festgestellt, ob einer der vier Maskierten bei dem Überfall diese Pistole bei sich hatte. Die gegen den jüngeren Bruder des 22jährigen und zwei weitere Mittäter verhängten zweijährigen Jugendstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Es war kurz vor Feierabend“ als am 17. Dezember gegen 22 Uhr auf einmal mehrere maskierte Männer zwischen den Regalen erschienen und sich auf die Kasse zubewegten, erzählt die Kassiererin. Einer griff die Kollegin und bedrohte sie mit einem Baseballschläger, ein zweiter griff eine Kühltasche aus dem Regalwarf diese auf den Scanner, ein dritter soll, so die Aussage einer Zeugin, eine Waffe gehalten haben. „Ich habe nicht gesehen, ob einer der vier Männer eine Waffe in der Hand hatte“, sagte eine andere Zeugin, eine Kundin,  die an der Kasse stand, um mit ihrer EC-Karte zu zahlen. „Ich war so erschrocken und sah nur den Maskierten, der den Baseballschläger über den Kopf der Mitarbeiterin hielt.“ Der Schreck sitzt den Frauen noch heute in den Knochen.

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Während sich die Täter bis zur Urteilsverkündung reuig und einsichtig gezeigt und auf ihre Entschuldigungsbriefe hingewiesen hatten, rastete der Haupttäter nach dem Urteilsspruch aus: „Sieben Jahre Knast gebt ihr mir, denk doch mal nach“, herrschte er den Vorsitzenden an. Justizbeamte mussten eingreifen, um ihn und seine Eltern zu beruhigen. „Ihr wusstet genau, dass es sich bei dieser Tat um ein anderes Kaliber handelt als das Abziehen auf der Straße“, mit diesen Worte versuchte der Vorsitzende der 1. Großen Jugendkammer Axel Knaack, den Angeklagten die Schwere der Tat zu verdeutlichen.

Unentschlossenheit und unsicheres Auftreten, die von der Verteidigung als Milderungsgründe vorgebracht worden waren, wirkten sich in der Realität eher als zusätzliche Gefahr aus, belehrte der erfahrene Richter die Anwälte. „Ich bitte einen Moment inne zuhalten, stellen Sie sich vor, solche Täter stehen vor Ihnen, wie fühlen Sie sich dann.“ Opfer könnten die Situation als Chance nutzen wollen, was meist mit weitaus schlimmeren Folgen ende.

Von Angelika Jansen