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Wienhausen Neues Bauland oder Naturschutz in Wienhausen?
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Neues Bauland oder Naturschutz in Wienhausen?
17:47 17.01.2019
Von Carsten Richter
Das freie Gebiet am Lageweg für zusätzliche Wohnbebauung zu nutzen, ist höchst umstritten. Quelle: Carsten Richter
Wienhausen

Mehr als 50 Gebiete stehen derzeit in der Samtgemeinde Flotwedel auf dem Prüfstand. Die Verwaltung will neues Bauland ausweisen und hat dafür zunächst einmal alle potenziell in Frage kommenden Bereiche in ihren Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Flächennutzungsplans aufgenommen. In nahezu jedem Ort in der Samtgemeinde ist Platz für Baugrundstücke. Das heißt aber nicht, dass nun überall in den kommenden Jahren Neubaugebiete entstehen. Bis der Samtgemeinderat über den F-Plan entscheidet und die Räte in den jeweiligen Mitgliedsgemeinden daraus die Bebauungspläne entwickeln und beschließen, ist es noch ein weiter Weg. Zunächst kommen Behörden und andere Träger öffentlicher Belange zu Wort – und auch die breite Öffentlichkeit hat ein Mitspracherecht und kann ihre Bedenken noch bis zum 25. Januar schriftlich gegenüber der Verwaltung äußern.

120 Interessierte bei Informationsabend

Um über diese Möglichkeit und das gesamte Verfahren zu informieren, hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Samtgemeinde in dieser und der vergangenen Woche vier Abende in den Mitgliedsgemeinden veranstaltet. An der unterschiedlichen Resonanz wurde deutlich, wo der Widerstand am größten ist. Rund 120 Interessierte kamen zum Informationsabend in den Klosterwirt in Wienhausen. In Langlingen, Eicklingen und Bröckel war die Beteiligung mit maximal 25 Gästen bedeutend geringer.

Zerstörung des Landschaftsbildes?

Dabei ging es überwiegend nur um ein mögliches Baugebiet: die rund neun Hektar große Fläche am Lageweg. Zwischen Mühlenkanal und Sunder, wo sich eine alte Eichenallee erstreckt und Pferde gemütlich weiden, wäre Platz für bis zu 150 Baugrundstücke. Viele Bürger fürchten, dass für eine Erschließung des Gebiets die Eichen weichen müssten. „Das Naherholungsgebiet ist nicht zurückzuholen“, warf jemand ein. Die Zerstörung des Landschaftsbildes und stattdessen noch mehr Verkehr im Ort waren die Hauptargumente, die gegen ein Baugebiet in dem Bereich hervorgebracht wurden.

Bürgermeister will junge Menschen halten

Die Stimmung war aufgeladen, die Emotionen kochten hoch. Wienhausens Bürgermeister Henning Witte (CDU), der im Publikum saß und sich für eine Bebauung am Lageweg aussprach, stieß auf heftigen Protest. „Wir müssen Flächen bereitstellen, um junge Menschen im Ort zu halten“, sagte Witte. Es reiche nicht aus, wenn leer stehende Häuser neu genutzt würden. Er schloss sich dem Tenor seiner Partei an, zunächst großzügig in das Verfahren zu gehen und später Flächen zu streichen. „Der Lageweg ist das einzige Gebiet, für das kein Wald gerodet werden müsste“, so Witte. Eine Zuwegung müsse aber nicht über die Verlängerung des Lagewegs erfolgen, so dass der Eichenbestand nicht gefährdet wäre.

SPD will Leerstände füllen

SPD-Fraktionschefin Kerstin Ackermann sprach sich gegen einen Ausbau am Lageweg aus. „Ich sehe den Bedarf nicht“, sagte sie und erntete Applaus. Stattdessen sollten zunächst die Leerstände im Ort gefüllt werden. „Wir wollen eine Konzentration um die Dorfzentren herum. Die bisherigen Baugebiete sind sinnvoll angelegt“, sagte Grünen-Fraktionschef Heinz-Robert Miemert.

Vereinzelt gab es unter den Bürgern aber auch Stimmen, die sich für ein Baugebiet am Lageweg aussprachen. „Es wäre schade, wenn sich nichts ändern würde und wir keinen Platz für Familien schaffen“, hieß es.

Pohndorf für "maßvolle Erweiterung"

Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf kann sich eine Teillösung in dem umstrittenen Gebiet vorstellen. Er sprach sich bei einer CZ-Anfrage für eine „maßvolle Erweiterung“ des Wohngebiets mit 80 bis 90 zusätzlichen Plätzen am Lageweg aus.

Die Samtgemeinde Flotwedel will neue Baugebiete ausweisen. In Betracht kommt auch die Fläche am Lageweg in Wienhausen. Dagegen wehren sich Bürger.

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