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Ahnsbeck Baubeginn bei Ahnsbecker Nahwärmenetz
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck Baubeginn bei Ahnsbecker Nahwärmenetz
16:09 20.07.2011
Bürgermeister Ulrich Kaiser an den Kunststoffleitungen - für das Nahwärmenetz in Ahnsbeck. Quelle: Joachim Gries
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Ahnsbeck

Der Bau des größten Nahwärmenetzes in Niedersachsen hat jetzt in Ahnsbeck begonnen, ein Bagger hob im Rhienende einen ersten Graben für die isolierten Kunststoffrohre aus. Im Oktober, spätestens November sollen rund 250 Haushalte Wärme aus der Biogasanlage sowie einer Holzhackschnitzel-Heizzentrale beziehen.

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Maximal 500 Abnehmer kann die Ahnsbecker Wärmegenossenschaft mit Heizenergie versorgen, zurzeit werden mit den Eigentümern der gut 250 Objekte die Wärmelieferverträge vereinbart und Anschlussdetails vor Ort besprochen. Wer sich jetzt noch schnell entscheidet, ist mit relativ geringen Kosten dabei: Die Genossenschaft zahlt den Anschluss einschließlich des Wärmetauschers, der Eigentümer muss neben dem Kauf eines Genossenschaftsanteils über 300 Euro nur seine Heizungsrohre an den Wärmetauscher anschließen. Mit Kosten von 300 bis 500 Euro rechnet Ahnsbecks Bürgermeister Ulrich Kaiser, der in der Genossenschaft stellvertretender Vorsitzender ist.

Wer später anschließt, muss mit rund 2000 Euro rechnen. Das liegt daran, dass die KfW, die rund 1,5 Millionen Euro für das insgesamt rund 5,2 Millionen teure Projekt zu Verfügung stellt, jeden Erst-Anschluss mit 1800 Euro fördert. Die späteren Wärmekosten sind mit 5,79 bis 6,8 Cent pro Kilowattstunde veranschlagt, gestaffelt nach Wärmemengenabnahme. Die Verträge laufen zehn bis 20 Jahre. „In spätestens zehn Jahren werden die Menschen froh sein, dass sie das gemacht haben“, ist Kaiser überzeugt. Denn bei den angeschlossenen Haushalten entfallen Reparatur und Wartung der Heizungsanlage und Schornsteingebühren. Und niemand wisse, wie sich der Preis von Öl und Gas entwickle.

Im Sommer wird die Biogasanlage für die Wärmeversorgung ausreichen, im Winter wird die mit Holzhackschnitzeln betriebene Heizzentrale am Hitteberg die Hauptlast erbringen. Die Genossenschaft wird Teile des Grundstücks von Frank Metzger kaufen, bis September sollen eine Halle mit den drei 500-Kilowatt-Heizkesseln sowie eine Lagerhalle für die Hackschnitzel gebaut werden. Mit Metzger, der selber Hackschnitzel produziert, wird ein Kooperationsvertrag geschlossen, er wird die Anlage beschicken. Bezahlt wird er nach der Energieausbeute des Holzes.

Große Berge Hackschnitzel liegen schon jetzt auf Metzgers Grundstück. Das reicht für ein Jahr, sagt Kaiser. Holz, das beim Freischneiden der Gemeindewege anfällt, soll künftig in der Anlage verfeuert werden. Es soll 20 Prozent des benötigten Heizmaterials ausmachen.

„Es ist ein enger Zeitplan“, sagt Kaiser mit Blick auf die Arbeiten. Aber er ist zuversichtlich, dass die drei Firmen, die die vier Bauabschnitte des Ahnsbecker Wärmenetzes verwirklichen sollen, die Aufgabe auch fristgerecht erledigen. Als die Idee von einem Wärmenetz in Ahnsbeck aufkam, war nur mit der Biogasanlage kalkuliert worden. Doch dann habe das Projekt so viel Dynamik entwickelt, dass nach einer optimalen Lösung für das ganze Dorf gesucht wurde, so Kaiser. Acht Millionen Kilowattstunden Energie werden jährlich benötigt, davon wird die Biogasanlage drei Millionen liefern.

Von Joachim Gries