Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Ahnsbeck "Klein Texas" in Ahnsbeck
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Ahnsbeck "Klein Texas" in Ahnsbeck
07:43 09.02.2019
Von Carsten Richter
Die Arbeiten haben begonnen: Zwischen Ahnsbeck und Bunkenburg baut Baker Hughes eine Testbohranlage. Quelle: Carsten Richter
Ahnsbeck

Der große rote Kran ist schon von Weitem zu sehen. Aus der Nähe betrachtet, fällt vor allem die riesige Schlammwüste auf, die durch die Baufahrzeuge und den Regen der vergangenen Tage entstanden ist. Auf einer zwei Hektar großen Ackerfläche nördöstlich von Ahnsbeck hat Baker Hughes mit dem Bau einer Testbohranlage begonnen. Was dort in den kommenden Jahren unternommen wird, könnte einmal von weltweiter Bedeutung sein für das Unternehmen aus Texas. Die Firma Baker Hughes Inteq als Bestandteil des Baker-Hughes-Konzerns hat ihren Hauptsitz in Celle. Auf dem Areal bei Ahnsbeck will der Erdöl-Ausrüster Bohrgeräte und Materialien sowie Messtechnologie ausprobieren. Im Spätsommer soll der Betrieb starten, die Vorbereitungen haben bereits begonnen.

Zusage des Landesbergamtes

Das Genehmigungsverfahren ist mittlerweile abgeschlossen, das Landesbergamt hat seine Zusage erteilt. Seit vergangenem Mittwoch werden auf dem Bohrplatz zwischen Ahnsbeck und Bunkenburg die Standrohre für die späteren Bohrungen in die Erde gerammt.

Erdölförderung ist nicht geplant

"Niedersachsen ist reich an Erdölvorkommen", sagte Baker-Hughes-Geschäftsführer René N. Ritter bei einer weiteren Informationsveranstaltung am Dienstagabend, zu der mehr als 100 Interessierte ins neue Ahnsbecker Dorfgemeinschaftshaus kamen. "Eine Erdöl- oder Erdgasförderung wird hier aber nicht stattfinden", betonte Ritter. Ebenso sollen keine Schlammgruben angelegt werden, es würden also keine Rückstände ins Erdreich versickern, versichert Ritter.

Nutzungsdauer von zehn Jahren

Angestrebt werde eine Bohrtiefe von maximal 3000 Metern, ergänzte Projektleiter Rüdiger Biedorf. Jede einzelne Bohrung werde vom Landesbergamt genehmigt. Das Projekt ist auf eine Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren angelegt, danach würden alle Bohrlöcher verfüllt. Eine Verlängerung um weitere zehn Jahre sei eine Option, erklärt Biedorf. Neben dem etwa 50 Meter hohen Bohrturm gehören zu der Anlage noch Werkstatt- und Büroräume, außerdem werden die notwendigen Zufahrten und Parkplätze errichtet. Zehn Arbeitsplätze entstehen auf dem Gelände.

Baker Hughes schließt Gebäudeschäden aus

Bei einer anschließenden Fragerunde erhielten die Bürger Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern. Dabei ging es unter anderem um mögliche Beeinträchtigungen durch Lärm sowie Schäden an Gebäuden. Letztere schließt Baker Hughes nach eigenen Angaben grundsätzlich aus. "Der Zulieferverkehr wird nicht durch Ahnsbeck erfolgen", sagte Ritter. Dafür sei die Bunkenburger Straße vorgesehen. Die größte Verkehrsbelastung werde im Juli und August stattfinden, wenn der Bohrturm angeliefert wird. Das werde etwa zwei bis drei Wochen dauern, in dieser Zeit würden rund 100 Lastwagen zu der Baustelle unterwegs sein.

24-Stunden-Betrieb im August und September

Während der ersten Bohrungen im August und September werde es einen 24-Stunden-Betrieb geben, sagte Biedorf. In einem Abstand von 300 Metern würden aber nicht mehr als 50 Dezibel zu hören sein, was vergleichbar sei mit der Geräuschkulisse, die von einer leisen Unterhaltung ausgeht. Für das Rammen der Stahlrohre sind bereits drei Schallschutzwände von jeweils zehn Metern Höhe errichtet worden.

Baker Hughes hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ahnsbeck, so Ritter. Bürgermeister Ulrich Kaiser sicherte dem Unternehmen für die Umsetzung des Projekts Unterstützung zu.

Die Sparkasse Celle treibt ihre Umstrukturierungen weiter voran: Zum 10. April schließt die SB-Geschäftsstelle in Ahnsbeck.

Carsten Richter 04.02.2019

Das sparsame Wirtschaften der vergangenen Jahre zahlt sich aus: Die Gemeinde Ahnsbeck hat einen leichten Überschuss erwirtschaftet.

Carsten Richter 09.01.2019

Der Heidehof Ahnsbeck hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Veranstaltungszentrum der besonderen Art entwickelt. Oktoberfest war jetzt angesagt und am Samstag steigt es noch einmal dort.

Andreas Babel 08.10.2018