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Beedenbostel Frische Farbe für Beedenbosteler Kirche
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel Frische Farbe für Beedenbosteler Kirche
15:31 13.06.2010
In der Martins-Kirche Beedenbostel entfernt Restaurator Andreas Ficker Farbe vom Tonnengewölbe. Quelle: Joachim Gries
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Beedenbostel

Wird der Zeitplan eingehalten, gibt es Ostern wieder Gottesdienste in der Martins-Kirche in Beedenbostel. Zurzeit ist das Kirchenschiff innen komplett eingerüstet, Handwerker müssen Wände und Decke erreichen. Das Gotteshaus erhält einen neuen Anstrich, die Ornamentik wird gereinigt und restauriert, die Elektrik komplett erneuert. Zum 275-jährigen Bestehen soll frischer Glanz in die Kirche einziehen.

250000 Euro wird die Sanierung kosten, die Kirchengemeinde hat ihr Ziel, dazu 100000 Euro beizusteuern, sogar übertroffen. Über 104000 Euro sind bei vielfältigen Aktionen zusammengekommen, der aktuelle Stand war stets am Spendenthermometer am Kirchturm abzulesen. Der Bäcker verkaufte besondere Brötchen und stellte einen Teil der Einnahmen zur Verfügung. Im Mai verschenkten Pastor Heinz-Georg Gottschalk und seine Familie 1000 Euro an die Gemeinde mit der Bitte, das Geld zu mehren. 6500 Euro flossen im November zurück. Viele tolle Ideen wurden dabei verwirklicht, sagt Kirchenvorsteher Burkhard Diercks.

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Bevor die Renovierung begann, packten viele beim Leerräumen der Kirche an. „Alle sind bereit zu helfen“, sagt der Pastor. Die Kirchenbänke sind jetzt in einer Scheune in der Nachbarschaft eingelagert. Entfernt wurden auch die Sandsteinplatten vor dem Altar sowie Sandsteinschwellen, sie liegen draußen. „Die möchten wir gern verkaufen“, sagt Dierks. Sie sind an den Kanten abgeplatzt und sollen durch einen ähnlichen Sandstein aus dem Weserbergland ersetzt werden.

An der Decke ist Restaurator Andreas Ficker von der Firma Furmanek aus Hannover noch mit den Vorarbeiten beschäftigt. Entlang der Schmuckbögen, die sich über die Decke ziehen und oberhalb der Wände in Engeln münden, entfernt er den alten Anstrich. „Ich könnte auch alles abkratzen“, sagt er, doch tatsächlich lässt er arbeiten. Und zwar Stärke: Entlang der Ornamentik, die erhalten bleiben soll, trägt mit einem Pinsel den warmen Brei auf. Beim Trocknen kräuselt und rollt sich der alte Anstrich auf und muss nur noch weggewischt werden.

„Man braucht Geduld, wenn man lange ein- und denselben Schritt machen muss“, sagt der Restaurator zu seiner Arbeit. Seit 20 Jahren übt er den Beruf aus. „Das Ergebnis ist es, das motiviert“, sagt der 42-Jährige.

Im nächsten Schritt sind die Maler am Zuge. Sie arbeiten mit der Leinfarbe an die Ornamente heran, der bisherige orange Farbton wird durch ein lichtes Grau ersetzt, auf dem sich die Schmuckmalerei dann wie Stuck abesetzen sollen. Im nächsten Schritt wird der Restaurator die Deckenmalerei stabilisieren und gleichzeitig von Schmutz und Staub befreien, anschließend überarbeiten und Fehlstellen beseitigen.

Auch die Apostel in den Fensternischen sollen nach der Überarbeitung wieder so frisch aussehen wie 1925, als die Kirche ihre Innenbemalung erhielt.

Gestrichen werden soll auch die Empore, ihr Farbton wird auf den der Wände abgestimmt. Neue dimmbare Lampen sollen für mehr Licht im Gotteshaus sorgen. Auch die Deckenmalerei soll in Szene gesetzt werden: filigrane LED-Leuchten sollen die Engel besonders betonen.

Überraschungen gab es bei den Arbeiten bisher nicht, Bauleiter Gerrit Eichhorn vom Amt für Bau- und Kunstpflege Celle und Jürgen Dobberkau, der sich für den Kirchenvorstand um die Sanierungsarbeiten kümmert, sind deshalb optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Bis alles fertig ist, muss Restaurator Ficker noch etliche Male die Gerüstleitern erklimmen.

Von Joachim Gries