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Eldingen Amtlich festgestellt: Wolf für Risse in Bargfeld verantwortlich
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Amtlich festgestellt: Wolf für Risse in Bargfeld verantwortlich
17:20 18.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Anne Friesenborg
Bargfeld

"Es ist nicht zwangsläufig das Ergebnis einer DNA-Probe für die amtliche Feststellung nötig", erklärt die Pressesprecherin des Wolfsbüros, Bettina S. Dörr, die ungewohnt schnelle Klarheit. "Es werden immer auch Foto-Protokolle gefertigt und Spuren vor Ort wie Losungen genommen." In Bargfeld habe ein Veterinär des Wolfsbüros zweifelsfrei festgestellt, dass ein Wolf Verursacher der Risse war.

Von dieser Erkenntnis wird Schäfer Matthias Schäfer allerdings nichts haben. Seine Zäune entsprechen nicht der "Richtlinie Wolf". Er wird also vom Land kein Geld für den erlittenen Schaden erhalten. Dabei sei der Litzenzaun durch das Wolfsbüro gefördert worden, wie der Schäfer erzählt. Doch durch den unebenen Boden ist der Elektrozaun an einigen Stellen nicht wie vorgeschrieben 90 Zentimeter hoch. An anderen Stellen beträgt der Bodenabstand einer Litze mehr als die erlaubten 20 Zentimeter. "Wenn ich die Litze hier runterdrücke, berührt sie den Boden", klagt der Schäfer. Durch die Erdung ist die Funktion des Elektrozauns dann außer Kraft gesetzt.

"Ich kann doch nicht permanent einen neuen Zaun bauen", sagt Müller und weist auf ein anderes Problem hin. An einer Stelle entspricht der Zaun den Vorgaben der Richtlinie Wolf, doch der Bereich außerhalb seines Grundstücks liegt ein Stück höher. "Ein Wolf kann von da also problemlos über den Zaun springen", sagt Müller.

Auch seine kleine Herde von Kamerunschafen, die drei Kilometer entfernt steht, hat am Sonntag Besuch vom Wolf bekommen. Übrig geblieben ist nur noch ein verschrecktes Tier. Hier hat der Schäfer einen anderen Zaun errichtet. Dieser besteht aus Knotengeflecht und muss nach den Vorgaben mindestens 1,20 Meter hoch sein sowie einen Untergrabschutz haben. Doch auch hier gibt es ein Problem: Ein Baum, der außerhalb des Zauns steht, kann als Absprungsmöglichkeit für den Wolf dienen.

Eins ist offensichtlich: Der Schäfer kann seine Tiere nicht so schützen, wie es die "Richtlinie Wolf" vorgibt. "Was soll man machen?", fragt sich Müller daher. "20 Schafe nur für den Wolf züchten oder warten bis die Herde weg ist?"

Für den Moment gibt es aber zumindest einen Funken Hoffnung: "Ich gehe davon aus, dass meine Tiere von durchziehenden Wölfen gerissen worden sind", sagt Müller. Wenn er Glück hat, gibt es in den nächsten zwei Wochen keinen Riss mehr – dann beginnt die Lammzeit und die Muttertiere kommen in den Stall.