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Eldingen Was Heinfried Kuers mit Sommer 1969 verbindet
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Eldingen Was Heinfried Kuers mit Sommer 1969 verbindet
18:01 16.08.2019
Von Carsten Richter
Heinfried Kuers (rechts) aus Eldingen und Ken Addink aus Iowa sind seit 50 Jahren befreundet.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Eldingen

17. August 1969. An diesem Samstag auf den Tag genau vor 50 Jahren. Der Eldinger Heinfried Kuers war der Ansicht, sein persönliches Sommerabenteuer schon hinter sich zu haben. Mit einer Jugendgruppe aus dem Ort war der damals 15-Jährige 1600 Kilometer durch Skandinavien gereist – mit dem Fahrrad wohlgemerkt. Als ob das nicht schon aufregend genug gewesen wäre ... Doch es sollte in diesem Sommer noch etwas passieren, das ihn bis heute prägt.

Von Iowa nach Eldingen

1969: Das war das Jahr der Mondlandung, des Woodstock-Festivals und der Beginn der Kanzlerschaft Willy Brandts. Und es war das Jahr, in dem eine ganz besondere Freundschaft begann. Der 16-jährige Highschool-Schüler Ken Addink und seine Schwester Marilyn machten sich im August 1969 von der Kleinstadt Sioux Center im US-Bundesstaat Iowa auf den Weg nach Deutschland. In den Landkreis Celle. Nach Eldingen. Zu Heinfried Kuers. Elf Monate verbrachte Ken bei seiner Familie.

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Stolz auf die transatlantische Freundschaft: Heinfried Kuers mit der Flagge des US-Bundesstaates Iowa Quelle: David Borghoff

Beide haben große Familien

"Mit einem Wörterbuch in der einen Hand und einem großen Koffer in der anderen zog er am 17. August bei uns ein", erinnert sich Kuers. Schnell stellten sie Parallelen heraus. "Es dauerte nur zwei bis drei Tage, bis wir herausgefunden hatten, wie sehr Ken in unsere Familie passte. Auch er kam aus einer großen Familie und hatte acht Geschwister. Wir waren ebenfalls acht Kinder", berichtet Kuers. Und selbst Kens Heimatort Sioux Center war damals genauso von der Landwirtschaft geprägt wie Eldingen. Zusammen besuchten sie die Realschule in Altenhagen. "Gemeinsam wurden wir in der 10c bei Frau Enke unterrichtet", erinnert sich Kuers.

Schnell Freunde geworden

Schnell freundeten sich die beiden Jungs an. "Über Nacht hatte ich gefühlsmäßig einen Zwillingsbruder bekommen. Es gab in den gemeinsamen elf Monaten nur wenige Tage, die wir nicht miteinander verbrachten, in denen wir nicht zur gleichen Zeit aufstanden und schlafen gingen", so der heute 65-jährige Ur-Eldinger.

Ken Addink (links) und Heinfried Kuers mit ihren Ehefrauen Barb und Brigitte.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Erinnerung an Zugfahrten zur Schule

Ken lernte schnell Deutsch, spielte mit in der Fußball-A-Jugend der SG Eldingen und marschierte mit beim Schützenfest. "Besonders in Erinnerung sind mir die gemeinsamen Zugfahrten zur Schule nach Altenhagen, bei denen wir immer viel Spaß hatten. Dabei stand das Kartenspielen an oberster Stelle", so Kuers. Klassenfahrten, Schwimmbadbesuche und Ferienjobs – all dies festigte die Bindung zwischen ihnen. Dementsprechend tränenreich war der Abschied im Juli 1970 auf dem Bahnsteig in Celle.

Beeindruckt von Weite der USA

Zwei Jahre später, Gegenbesuch in Amerika. Kuers hatte genug Geld zusammengespart für seinen ersten Flug in die USA – die Wiedersehensfreude auf dem Flughafen in New York war riesig. 30 Stunden Autofahrt bis nach Sioux Center lagen vor Kuers und Addink. "Was für sagenhafte Dimensionen und Weite für mich", erinnert sich Kuers an seine ersten Eindrücke von den Vereinigten Staaten.

Ken Addink 1969 in Eldingen Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Ehefrauen miteinbezogen

Inzwischen liegen 25 gegenseitige Besuche hinter der deutsch-amerikanischen Freundschaft. "Ken und ich haben unsere Familien in diesen Austausch einbezogen. Unsere Ehefrauen Barb und Brigitte waren natürlich immer an unserer Seite", sagt Kuers. "So etwas Großes, Einmaliges kann ein Schüleraustausch bewirken", freut sich der Eldinger.

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