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Hohne Das Futter wird knapp im Celler Land
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Das Futter wird knapp im Celler Land
18:49 19.07.2018
Von Michael Ottinger
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Spechtshorn

„Eine Kuh trinkt bis zu 100 Liter Wasser am Tag“, sagt Hans-Heinrich Trumann. Der Landwirt aus Spechtshorn versorgt rund 130 Mutterkühe auf seinem Hof. Durch die anhaltende Dürre wird es nun schwierig, sie mit ausreichend Wasser zu versorgen.

„Normalerweise saufen sie Wasser aus einer Tränke, die vom Fluss gespeist wird“, sagt Trumann. Doch das ginge kaum noch, da der Wasserstand der Wiehe sehr niedrig sei. „Der Fluss trocknet aus“, so Trumann. Das bedeutet für ihn zusätzlichen Aufwand, um seine Tiere mit der nötigen Flüssigkeit zu versorgen. Der Landwirt muss nun auf Brunnenwasser oder Wasser aus seinen Beregnungsanlagen zurückgreifen. „Das sind zwei bis drei Arbeitsstunden mehr am Tag, die sonst nicht anfallen würden“, sagt er.

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Neben dem Problem mit dem Trinkwasser bereitet auch die Futterversorgung den Landwirten zunehmend Kopfzerbrechen. Denn durch die Trockenheit gibt es nicht genügend Grasflächen, um größere Herden mit ausreichend Nahrung zu versorgen. „Beim Grünland wächst zurzeit nichts“, sagt Kreislandwirt Jürgen Mente. „Die Trockenheit wirkt sich sehr negativ aus.“ Das kann auch Trumann bestätigen: „Manches Grünland erinnert an trockene Steppe.“

Deshalb würden einige Landwirte überlegen, nach der Getreideernte auf den Feldern Weidegräser wachsen zu lassen. „Das ist jedoch eine Notlösung“, sagt Mente. Außerdem müsse es auch in den Betriebsplan passen. Nicht jeder Landwirt könne auf diese Methode zurückgreifen.

Mit der Aussaat allein ist es auch nicht getan. Denn die Felder müssen vorab beregnet werden, da sie so trocken sind, dass ansonsten auch keine Gräser darauf wachsen würden. „Es ist gerade alles nicht so einfach“, so Trumann. Um seine Tiere satt zu bekommen, füttert er sie mit Heu. Das mache er normalerweise erst im Herbst. „Deshalb wird es wahrscheinlich spätestens im Winter zu Futterengpässen kommen“, sagt Trumann.

Neben dem Heu gibt es noch die Möglichkeit, Nahrung dazu zukaufen. Doch das dürfte teuer werden. Durch die Trockenheit haben die wenigsten Landwirte genügend Reserven, um sie günstig weiterzuverkaufen.

Über den Schritt der niedersächsischen Landesregierung, Grünbrachen als Futterquellen freizugeben, kann der Landwirt aus Spechtshorn nur müde lächeln. „Eine Kuh kann damit nichts anfangen“, sagt er. Die Gräser, die dabei zu holen seien, bieten nicht genügend Nährwerte für die Tiere. „Vielleicht kriegt man damit noch eine Schafsherde gefüttert oder vielleicht auch Ziegen“, sagt Trumann. Ansonsten sei der Vorschlag für ihn „reine Augenwischerei“. Grünbrachen dürfen eigentlich nicht bewirtschaftet werden. Sie sollen dem Ökosystem dienen und seien Rückzugsort für Vögel und Insekten. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit dürfen sie seit Mitte Juli als Futterqulle verwendet werden.

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