Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Hohne Eichhörnchen sitzen selten still
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Eichhörnchen sitzen selten still
17:11 29.07.2011
Erich Fischer züchtet Eichhörnchen Quelle: Joachim Gries
Spechtshorn

Ist Erich Fischer nicht da, weiß seine Frau Bärbel ziemlich sicher, wo er steckt: bei seinen Eichhörnchen. Seit vier Jahren beschäftigt sich der Rentner mit den quirligen Tieren, sie sind zutraulich geworden und machen ihm große Freude.

Mit vier Tieren begann Fischer seine Eichhörnchen-Zucht, ein Weibchen und drei Böcke. „Sie vertragen sich, wenn sie genug Auslauf haben“, weiß er inzwischen aus Erfahrung. In der Paarungszeit werden sie aggressiver – Böcke ohne Weibchen kommen gut miteinander aus.

Die Tiere mit dem buschigen Schwanz, der fast genauso lang ist wie der Körper, wiegen rund 500 Gramm. Sie können bis zu fünf Meter weit springen und werden zehn bis zwölf Jahre alt. In der zehn Quadratmeter großen Voliere in Fischers Garten turnen die Eichhörnchen über Äste und durch Röhren, am Drahtgitter entlang, hängen dabei auch oft über Kopf oder sprinten in einem der Laufräder. In kleinen Häuschen legen sie im Heu ihre Schlafmulden an. Taucht Fischer in dem Kleingehege auf, dreht sich alles um ihn. Oder besser um die Nüsse in seiner Tasche. Dann sitzen die neugierigen Tiere auch auf seiner Schulter und er kann sie streicheln. Sie sind aber nicht nur kuschelig. Schmerzhafte Erfahrungen mit ihren Zähnen hat er auch schon gemacht.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz wacht über Fischers Eichhörnchen. Anfangs wusste der Spechtshorner nicht, dass er für Haltung und Zucht der Wildtiere eine Genehmigung der Behörde benötigt. Nach einer kleinen Belehrung erhielt er die Papiere, immer zum Jahresende muss er die Zahl der Tiere melden und auch die Verkäufe und die Käufer seiner Tiere angeben.

Eichhörnchen können zwei Würfe im Jahr haben und bringen zwischen zwei und sechs Junge zur Welt. Die wiegen zehn Gramm und sind völlig nackt, nach 10 bis 14 Tagen tragen sie ersten Flaum, nach 20 Tagen sind sie dicht behaart. Nach vier Wochen öffnen die winzigen Tiere die Augen, gesäugt werden sie bis zu 40 Tage. Nach zwei Monaten verlassen sie das Nest und gehen ihre eigenen Wege. Gefragt sind bei Züchtern besonders gescheckte Tiere.

Im Frühjahr entwischte ein Weibchen, weil sich der Boden des Transportkastens löste. Es lief durch die Nachbargärten und kletterte in eine Birke. „Abends kommt die Alte vorne auf der Straße zurück. Wie sie das gefunden hat...“ wundert er sich heute noch. Sie wollte wohl ihre Jungen säugen.

Drei Eichhörnchenpaare reichen Fischer, mehr will er nicht haben, denn das Hobby soll Hobby bleiben. Muss er Jungtiere abgeben, trennt er sie aber nicht zu früh von der Mutter.

Von Joachim Gries