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Hohne Verliert Hohnhorst seinen Mühlenteich?
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Hohne Verliert Hohnhorst seinen Mühlenteich?
17:32 13.07.2011
Der Mühlenteich in Hohnhorst soll verschwinden. Hermann Randhahn (rechts) und Günther von Hohnhorst haben dafür kein Verständnis. Quelle: Joachim Gries
Hohne

„Letztlich ist es mir egal, ich habe nicht mehr lange zu leben“, sagt Hermann Randhahn. Der 81-Jährige hat sein Leben lang in der Wassermühle in Hohnhorst gewohnt. Sollte da der Stau gelegt werden und der Mühlenteich verschwinden, hätte das Auswirkungen auf das gesamte Hohnhorster Ortsbild.

Ob und wann es dazu kommt, ist derzeit völlig offen. Anfang des Jahres hatte der Unterhaltungsverband Lachte beim Landesamt für Denkmalpflege die Entlassung des Mühlenteichs aus dem Denkmalverzeichnis beantragt. Unter Denkmalschutz stehen in Hohnhorst die beiden Güter mit Nebengebäuden, die Kirche, die Mühle und eben der Mühlenteich, also das gesamte Ensemble beiderseits der Lachte.

„Das Verfahren ist offen, eine Entscheidung ist nicht gefallen“, sagt Konservator Dr. Gernot Fischer von der Landesbehörde für Denkmalpflege in Lüneburg. Eine Streichung aus dem Denkmalverzeichnis werde es erst geben, wenn geklärt ist, was mit den denkmalgeschützten Gebäuden passiert, wenn der Stau entfernt wird. Dann müssten die denkmalpflegerischen Belange gegen die des Naturschutzes abgewogen werden. „Langfristig werden wir uns wohl nicht durchsetzen“, deutet Fischer an. Der schnelle Weg sei aber erst einmal blockiert.

„Die Gemeinde Eldingen hat dem Landesamt für Denkmalpflege mitgeteilt, dass wir das Verschwinden des Mühlenteichs als nachteilig für die Ensemblewirkung ansehen würden“, sagt der Lachendorfer Verwaltungschef Jörg Warncke. „Für die Bewohner von Hohnhorst wäre das ein Riesenverlust“, hatte Eldingens Bürgermeister Joachim Lübbe in der jüngsten Ratssitzung im Juni festgestellt, als das Thema kurz angesprochen wurde. Er befürchte bei sinkendem Wasserspiegel Probleme für die Gebäude am Mühlenteich.

Der Unterhaltungsverband Lachte habe die Aufhebung des Denkmalschutzstatus für den Mühlenteich beantragt, um dann im zweiten Schritt das Fließgewässer Lachte weiterzuentwickeln, sagt Jens Kubitzki, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands Lachte. Man sei erst ganz am Anfang des Verfahrens, in der „Ideenphase“. Wie lange es insgesamt dauere, sei nicht abzusehen.

Kubitzki unterscheidet zwischen den subjektiven Wahrnehmungen der Anlieger, die von einem schönen Teich sprechen, und der objektiven Bewertung, die im Laufe des Verfahrens vorgenommen werden muss. „Man kann nicht einfach einen Stau legen und dann schauen, was passiert.“ Untersucht werden müsse zum Beispiel die Standsicherheit der Gebäude.

„Das Ambiente ist dann weg“, schätzt Randhahn die Situation ein, sollte der Stau gelegt werden und der Mühlenteich verschwinden. Der 81-Jährige bedient noch immer das Schott, das das Wasser aufstaut. 2,30 Meter fällt die Lachte hier in die Tiefe, bis 1960 wurde die Energie des Wassers zum Mahlen genutzt. Dann wäre eigentlich sein Staurecht erloschen, doch Randhahn beantragte eine 25-jährige Verlängerung und produzierte noch bis 1975 mit einer Turbine Strom.

Randhahn, dessen Großvater Heinrich die jetzige Mühle 1910/11 baute, erinnert sich genauso wie Nachbar Günther von Hohnhorst, der die ehemalige Schule, das jetzige Altenteilerhaus des Gutes bewohnt, dass in seiner Kinderzeit die Lachte oberhalb des Wehrs voller Muscheln war. Fische gibt es auch heute noch im Oberlauf. Deshalb versteht er nicht, dass jetzt das Wehr verschwinden soll. Entfernt werden müssten der Sand und der Schlick aus dem Teich.

Von Joachim Gries