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Lachendorf Foto-Urheber ist noch immer nicht ermittelt
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Foto-Urheber ist noch immer nicht ermittelt
14:15 04.11.2019
Von Simon Ziegler
Was man posten darf und was nicht, wissen viele nicht. Dass ein Foto eines sterbenden Menschen nicht verbreitet werden darf, versteht sich eigentlich von selbst. Quelle: Oliver Knoblich
Lachendorf

Nach dem Suizid in Lachendorf hat die Polizei noch keine Spur von dem unbekannten Foto-Urheber. „Es gab einen anonymen Hinweis. Der vage Hinweis hat aber nicht zu einem konkreten Tatverdacht geführt“, sagte Polizeisprecherin Birgit Insinger, „wir stehen mit den Ermittlungen wieder am Anfang“.

In den Tagen danach erinnerten Blumen und Kerzen an den Toten. Quelle: Oliver Knoblich

Am 17. Oktober hatte sich ein Mann auf offener Straße in Lachendorf das Leben genommen. Nicht nur das hatte für großes Entsetzen gesorgt, sondern auch die Tatsache, dass ein Bild vom Geschehen über die sozialen Medien rasend schnell verbreitet wurde. Die Polizei hatte daraufhin angekündigt, alles daran zu setzen, den Täter zu ermitteln.

Ermittlungen gestalten sich schwierig

Doch das gestaltet sich offenbar schwierig. Wie die Polizei den Urheber finden will, wollte Insinger aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Nur so viel ist klar: Die Chancen hängen wohl auch davon ab, ob die Ermittler entsprechende Informationen der Social-Media-Plattformen bekommen, auf denen das Foto verbreitet wurde.

Unter 14 Jahren nicht strafmündig

Das Bild, das Polizei-Chef Eckart Pfeiffer als „verwerflich“ bezeichnet hatte, war vermutlich zunächst bei dem Messenger-Dienst Snapchat hochgeladen und dann auch über WhatsApp vielfach verbreitet worden. Die Vermutung liegt nahe, dass ein junger Mensch das Foto gemacht hat. Sollte die Polizei ihn ausfindig machen und er jünger als 14 Jahre alt sein, wäre er nicht strafmündig.

Ermittlungsverfahren nach Paragraf 201a

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren nach Paragraf 201a des Strafgesetzbuches eingeleitet. Dort geht es um die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen. So werde mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft, wer „eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt“.

Aufklärung in Schulen nötig

Unterdessen ist eine Debatte über den Umgang mit Bildern in sozialen Medien entbrannt. Lehrer und Wissenschaftler fordern mehr Aufklärung. Polizeisprecherin Insinger nimmt den Ball auf. Es könnte sinnvoll sein, in Schulen aufzuklären, was gepostet werden darf und was nicht, sagte sie.

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