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Lachendorf Schulen über Fusion nicht erfreut
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Schulen über Fusion nicht erfreut
16:16 19.07.2011
Die Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule) und die Realschule Lachendorf sollen nach den Empfehlungen des Schulgutachtens des Landkreises Celle zur Oberschule Lachendorf fusionieren. Quelle: nicht zugewiesen
Lachendorf

„Ich bin nicht glücklich darüber. Und das Kollegium ist es auch nicht“, sagt Martina Backhaus, Rektorin der Realschule Lachendorf, zur einer Fusion mit der benachbarten Hauptschule, der Geschwister-Scholl-Schule, zu einer Oberschule. Aufgrund der aktuellen Zahlen könnten sich beide Schulen nach Backhaus' Angaben noch länger selbstständig halten. Für das Schuljahr 2011/12 hatte der Landkreis der Realschule 62 Fünftklässler prognostiziert, Wolf Krämer-Mandeau, der Verfasser des Schulgutachten, 72, tatsächlich starten im August 87 Schüler.

Die Schule habe sich bewegt, Profilklassen geschaffen und dadurch eine hohe Übergangsquote erreicht. Als das Gymnasium startete, kamen 30 Prozent der Grundschüler zur Realschule, inzwischen liege der Anteil bei 60 Prozent, so Backhaus. Ihr Fazit: „Die Realschule steht gut da. Wir bieten Schülern eine gute Alternative zum Abitur." Irgendwann würden allerdings auch die Zahlen für die Realschule zu dünn.

Das erwartet auch Karl-Heinz Dohn, Rektor der Geschwister-Scholl-Schule, für seine Einrichtung. Das wäre genau der Zeitraum, um eine Oberschule vernünftig vorzubereiten, die spätestens 2015 kommen müsste. „Es gibt sicher Anlaufschwierigkeiten bei den Oberschulen. Wir könnten die vermeiden." Man habe die Lachendorfer Vorstellungen beim Landkreis Celle vorgetragen. „Ändern wird es wohl nichts“, meint Dohn skeptisch.

Keine Problem sieht Dohn, sollte es zu einer Kooperation oder Fusion der Lachendorfer mit der Escheder Oberschule kommen. "Es gibt gewachsene Strukturen und vielfältige Verbindungen", sagt der Rektor. So machen Escheder Schüler in Lachendorf ihren Hauptschulabschluss nach der zehnten Klasse.

Die Politik in Lachendorf hat sich für die Fusion der Schulen zur Oberschule ausgesprochen. Der Beschluss des Samtgemeindeausschusses befürwortet auch die Kooperation oder Fusion mit der Escheder Schule. "Eine IGS in Celle wird abgelehnt, da diese die Schulstruktur in der Samtgemeinde Lachendorf negativ beeinflussen würde", heißt es wörtlich. Mit der Absage an die IGS soll vor allem das Gymnasium Lachendorf in seinem Bestand gesichert werden.

Zum Gymnasium hatte Krämer-Mandeau festgestellt, dass es selektiv sei und zwischen den Jahrgangsstufen hohe Schülerverluste aufweise. Bei sinkenden Schülerzahlen hätten Ausbauwünsche des Gymnasiums keine sachliche Grundlage.

Die Grundschulen in Eldingen und Hohne könnten bei sinkenden Schülerzahlen nach Ansicht des Gutachters Probleme mit den Zügen bekommen. Dann wäre es an der Samtgemeinde, über eine Fusion nachzudenken.

Von Joachim Gries