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Adelheidsdorf Adelheidsdorf: Brite stellt Auto mit 96-Schal auf Gleise
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Adelheidsdorf: Brite stellt Auto mit 96-Schal auf Gleise
15:16 13.06.2010
Von Simon Ziegler
96 Fan fährt um ca. 2 uhr 30 auf dem Maschweg in Celle Auto vor Zug Quelle: Peter Müller
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Adelheidsdorf

Als „nebulös und skurril“ hat Ralf Göttner, Sprecher der Bundespolizei in Hannover, gestern den Unfall zwischen Westercelle und Adelheidsdorf bezeichnet, bei dem ein Sachschaden von 25000 Euro entstand – verbunden mit jeder Menge Fragezeichen. Ein 49-jähriger Brite hatte seinen Nissan Pathfinder auf dem Gleisübergang im Bereich des Maschweges abgestellt. Wenig später kollidierte ein aus Burgdorf kommender Güterzug mit dem Geländewagen.

Der Brite, bei dem ein Alkoholwert von 2,59 Promille festgestellt wurde, stieg vor dem Zusammenstoß aus dem Wagen und schaute sich nach Göttners Angaben den Unfall aus sicherer Entfernung an. Anschließend versuchte er zu fliehen, kam aber nicht weit. Die Polizei griff den Betrunkenen in der Nähe des Unfallorts auf und brachte ihn ins Krankenhaus, wo eine Blutprobe entnommen wurde. Warum er den Wagen auf dem Gleisbett abstellte, sei völlig unklar, so die Polizei. Der Mann, der nach CZ-Informationen in unmittelbarer Nähe des Unfallortes wohnt, verweigerte die Aussage.

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Die Hoffnung, dass er im nüchternen Zustand Licht ins Dunkel bringt, wurde gestern zunächst nicht erfüllt. Polizeibeamte trafen den Mann nicht zu Hause in Westercelle an.

Der Lokführer blieb ebenfalls unverletzt. Er konnte laut Polizei nicht mehr rechtzeitig bremsen. Ein Polizist hatte in Celle am Morgen zunächst wegen des 96-Fanschals erklärt, er vermute einen Zusammenhang zwischen dem Unfall bei Adelheidsdorf und dem Suizid des Nationaltorwarts von Hannover 96, Robert Enke. „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen“, sagte Göttner gestern. Der Brite soll zudem ein T-Shirt des FC Liverpool getragen haben.

Das Auto des 49-Jährigen stand auf einem mit Halbschranken und Blinklicht gesicherten Bahnübergang. Den Besitzer des Wagens erwartet jetzt ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Bahnstrecke war für rund zwei Stunden voll gesperrt.