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Adelheidsdorf Einigung im Schieß-Streit
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Einigung im Schieß-Streit
17:20 12.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Alex Sorokin
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Großmoor

Im Streit um den Tontauben-Schießplatz in Großmoor stehen die Zeichen auf Entspannung. Nachdem der Betreiberverein Schießanlage Großmoor und der Landkreis Celle im August vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg einen Vergleich geschlossen hatten, wurden inzwischen auch neue Gutachten in Auftrag gegeben. Damit dürfte eine lange Auseinandersetzung zu Ende gehen.

Um den Tontaubenschießstand gab es viele Jahre Ärger. Bereits seit 1999 ist bekannt, dass ein Umbau der Anlage erforderlich ist. Aber erst im Jahr 2010 waren schließlich Boden und Grundwasser untersucht worden. Dabei kam heraus, dass eine moderate Belastung des Grundwassers sowie eine erhebliche Belastung des Bodens, hauptsächlich durch Blei, vorliegen. Mehr als 20 Tonnen Bleischrot sollen im Boden sein. Trotzdem wurde weitergeschossen.

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Schließlich sprach im Jahr 2015 der damalige Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) ein Machtwort. Auf dem Schießplatz dürfe bald nicht mehr auf Tontauben geschossen werden, hieß es damals. Im August 2015 untersagte schließlich der Landkreis Celle den Betrieb für den Ton- oder Wurftaubenschießstand. Außerdem wurde angeordnet, dass der Boden rund um den Schießstand saniert werden müsse.

Doch der Betreiberverein akzeptierte das Vorgehen des Landkreises nicht. Zunächst legte der Verein Widerspruch ein, den der Landkreis wiederum zurückwies. Daraufhin klagte der Verein. Die Sache landete vor Gericht.

Im Vergleich verpflichtete sich der Verein jetzt, im Tontaubenschießstand nur noch mit Weicheisenschrot zu schießen. Zudem erkannte der Verein seine Sanierungspflicht "grundsätzlich" an. Ein Lärmschutz- sowie ein Bodengutachten sollen eingeholt und ein Grundwassermonitoring durchgeführt werden. Die Gutachten wurden bis Ende Oktober beauftragt, heißt es. Wann es Ergebnisse geben wird, ist nicht bekannt. Im Gegenzug hat der Landkreis seine Untersagungsverfügung aufgehoben.

"Der Landkreis sieht derzeit bei den Verantwortlichen des Vereins eine hohe Bereitschaft zur Kooperation, um die Probleme zu beseitigen. Wir hoffen, dass mit dem Vergleich eine tragfähige und dauerhafte Lösung möglich ist", sagte Landkreis-Sprecher Tore Harmening. Der Betreiberverein Schießanlage Großmoor war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die neue Adelheidsdorfer Bürgermeisterin Heike Behrens erklärte gegenüber der CZ, dass "die Lärmbelastung für die Bürger nach wie vor ein Thema ist". Die Umweltprobleme im Zusammenhang mit Boden und Grundwasser hätten die Menschen dagegen weniger auf dem Schirm. "Es ist gut, dass jetzt neue Gutachten in Auftrag gegeben wurden", so Behrens mit Blick auf die Analysen, die bereits einige Jahre alt sind. Auf dem Schießplatz wird nach ihren Angaben vor allem am Wochenende geschossen. "Manchmal hört man den Lärm bis nach Dasselsbruch", sagte die Bürgermeisterin.

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