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Nienhagen Isegrim erhitzt Gemüter von Pferdezüchtern
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Isegrim erhitzt Gemüter von Pferdezüchtern
16:48 03.03.2019
Wie soll man mit ihm umgehen? Auch in Nienhagen erregte der Wolf wieder einmal die Gemüter. Quelle: Uwe Zucchi
Nienhagen

„Abschießen – nichts anderes hilft“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann am Freitagabend anlässlich der vom Pferdezuchtverein Celle Südheide initiierten Podiumsdiskussion in Nienhagen. Erfüllt dieses Statement noch die vom Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Niedersachsen, Raoul Reding, ausdrücklich eingeforderte Sachlichkeit oder gehört es in die Kategorie „emotional“? Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Zusammenkunft in den Jahn-Stuben zum Thema, wie Pferde vor dem Wolf geschützt werden können.

Unmut über Wolf nicht zu überhören

Neben Schepelmann und Reding stehen der Kreisjägermeister der Region Hannover, Eckhard Baars, sowie der Pferdesachverständige, Hinrich Köhne, Rede und Antwort. Um eine Podiumsdiskussion handelt es sich nicht, die vier Gäste halten jeweils ein Kurzreferat zum Auftakt, tauschen im Anschluss jedoch keine Argumente aus, sondern beantworten ausschließlich die vielen Fragen der Vereinsmitglieder. Unter diesen gibt es unverkennbar keine „Wolfsstreichler“, wie Baars die Befürworter des Beutegreifers bezeichnet. Der Unmut über den nicht nur durch die Wälder streifenden Isegrim ist unüberhörbar. Reding muss eindeutig formulieren, dass die Hybrid-Diskussion in die Irre führe. „Hätten Sie mir zugehört, müssten Sie diese Nachfrage nicht stellen“, fordert er die Orientierung an von ihm referierten Fakten zum angeblich hohen Grad der Vermischung von Hund und Wolf ein.

Schepelmann bringt feste Abschussquoten ins Spiel

Schepelmann äußert großes Verständnis für die Sorgen der Pferdebesitzer – diese fürchten weniger Risse als unkontrollierbares Verhalten ihrer Tiere aufgrund von Angstsituationen – und versucht, Lösungsmöglichkeiten auf politischer Ebene aufzuzeigen. „Das Bundesnaturschutzgesetz muss geändert werden“, sagt er und bringt damit feste Abschussquoten sowie einen leichteren Weg dahin ins Spiel. Eine Hürde sei auf Bundesebene, dass viele Länder keinerlei Problembewusstsein hätten, weil der Wolf dort nicht vorkomme. Wenn das Bundesumweltministerium den günstigen Erhaltungszustand feststelle, sei die Voraussetzung geschaffen, „der Sache anders zu begegnen“.

Zu viele "Wolfsstreichler"?

Kreisjägermeister Baars macht deutlich, dass eventuell die Jäger nicht für den Abschuss bereitstünden. Erfahrungen aus Schweden zeigten, dass damit ein zu hohes Risiko für den Einzelnen einhergehe. „Es gibt bei uns zu viele Wolfsstreichler“. Er lobt ausdrücklich das Monitoring der Landesjägerschaft Niedersachsen. Köhne beziffert die Kosten für einen „wolfssicheren“ Weidezaun für Pferde mit einem Durchschnittswert von 3500 bis 5000 Euro. Geld, das nicht wirklich zielführend angelegt sei, denn der Tenor unter den Vereinsmitgliedern und Sachverständigem lautet: „Einen wirklich sicheren Zaun gibt es nicht.“

Der Vorsitzende und Moderator des Abends, Dieter Köneke, beendet die Zusammenkunft mit der Frage an Raoul Reding, ob dieser Verständnis für die vorgetragenen Nöte aufbringen könne. Er käme selbst aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie, antwortet der Wolfsbeauftragte, wichtig sei ihm jedoch zum Schluss noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Diskussion um den Wolf sachlich geführt werden müsse.

Seit vergangenen Freitag ist das Europabad in Nienhagen geschlossen. Grund: Die Lüftungsanlage ist defekt.

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