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Nienhagen Außergewöhnlich, authentisch, grandios
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Außergewöhnlich, authentisch, grandios
14:38 17.02.2019
Nienhagen

„Man sollte nie aufhören zu träumen, egal wie alt man ist“, moderiert John Kelly am Samstagabend seinen Song „Red Shoes“ an. Ein Raunen geht durch den bis auf den letzten Platz gefüllten Nienhäger Hagensaal, dieses Lied über den inneren Pfad des Lebens liebt das Publikum besonders. „Vor Kurzem habe ich einen Traum erlebt“, fügt der Musiker hinzu. Seine einzige, sehr dezente Anspielung auf die Fernsehpräsenz in den letzten Wochen, Kelly lernte Tanzen auf dem Eis und stellte sich dabei offenbar so gut an, dass er viele Fans hinzugewonnen hat, die die Kelly-Family, der John angehört, nicht mehr kennen dürften. Mit Geschenken in der Hand begeben sich zahlreiche Kinder zum Bühnenrand, er muss Autogramme geben – Szenen, die es bei Nienhagen-Kultur (Ni-Ku) noch nicht gegeben hat.

Ehepaar zum dritten Mal in Nienhagen

Momente auszulösen, die die Zuschauer berühren, ist eine Spezialität des Duos John Kelly und Maite Itoiz. Bereits zum dritten Mal ist das Ehepaar in Nienhagen zu Gast, variiert sein musikalisches Programm nur mäßig, und doch steigert sich die Begeisterung des Publikums stetig. Der Zauber, der von der Bühne hinunterströmt, entsteht nicht erst mit Maite Itoiz‘ außergewöhnlichem Repertoire, das zurückführt an kastilische, englische und italienische Königshöfe des 13. bis 16. Jahrhunderts, sondern im Augenblick des Erscheinens der beiden Künstler.

Künstler verneigen sich vor Publikum

Sowohl vor Beginn der Show als auch nach deren Ende verneigt sich Kelly vor den Zuhörern, applaudiert ihnen, bedankt sich dafür, dass sie überhaupt gekommen sind: „Ihr ermöglicht, dass wir das tun können, was wir lieben.“ In erster Linie begleitet er seine Frau, legt Wert darauf, dass sie moderiert. „Talk“, sagt sie zwischendrin jedoch immer wieder zu ihm, wenn sie ihre keltische Harfe einrichtet oder die Flöte zur Hand nimmt. Ein bisschen Improvisation ist in der Interaktion zwischen beiden stets gefordert. Wie die Künstler mit diesen unvorhergesehenen Situationen umgehen, bringt ein Ehepaar zum Vorschein, das viel lacht, sich blind versteht und dessen Zusammenspiel zwischen den musikalischen Parts mindestens so unterhaltsam ist, wie Maites Repertoire einem hohen Anspruch folgt.

Standing Ovations im Hagensaal

„Ich durfte als Kind nicht Eislaufen und auch nicht Skifahren“, berichtet die Sopranistin über ihren Vater, der es verbot, weil sie als Instrumentalistin ausgebildet wurde. Ein Kontrastprogramm zu Johns Kindheit als Straßenmusiker gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern. Er erwähnt diese Vergangenheit nicht, singt nur ein Lied darüber. „Ich kehrte per Schiff aus Skandinavien zurück, fühlte mich inspiriert“, erzählt er über die Entstehung von „When I was in town“. Er muss es zweimal singen an diesem Abend, der den bisherigen Höhepunkt des Kulturformates darstellt. Das Publikum fordert stehend applaudierend Zugaben, das Duo hat nicht genug parat. „Es ist uns eine Freude, eine Ehre, hier zu sein“, sagt Kelly und verneigt sich vor den Gästen, die sich nach jedem zusätzlichen Song erneut erheben, frenetisch klatschen und auf diese Weise zum Ausdruck bringen: „Es war eine Ehre, diese Musiker zu Gast zu haben.“

Von Anke Schlicht

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