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Nienhagen Neujahrskonzert in Nienhagen
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15:08 03.01.2019
Das Regionale Jugend-Sinfonie-Orchester Hannover mit Solistin Jennifer Aßmus – diesmal mit Triangel – und dem organisatorischen Leiter Oliver Kraus mit den Becken (oberste Reihe) bei der Zugabe. Quelle: Doris Hennies
Nienhagen

Auch in diesem Jahr überzeugte das Regionale Jugend-Sinfonie-Orchester Hannover (RJO) mit einer eindrucksvollen Leistung. Wie schon Tradition geworden, zeigten die jungen Musiker unter der Leitung von Thomas Aßmus und Malte Kröger im sogenannten Neujahrskonzert in Nienhagen das, was sie in der vorangegangenen Projektphase – einer intensiven mehrtägigen Orchestererfahrung – erarbeitet hatten. Auf dem Programm standen diesmal: Das Konzert für Violoncello und Orchester h-moll op.104 von Antonin Dvorák sowie sie Sinfonie Nr.8 h-Moll (die „Unvollendete“) von Franz Schubert.

Doppelgriffe, Läufe und Sprünge

Mit einer eher untypisch lange „Einleitung“ beginnt der erste Satz von Dvoráks Cellokonzert. Mit diesem „rhythmischen Dahinschreiten“ ebnete das Orchester auch hier den Weg zum Einsatz der jungen Solistin Jennifer Aßmus. Das Allegro zeigt bereits die Handschrift des Meisters – eine Mischung von romantischen und klassischen Elementen mit Einflüssen der slawischen Volksmusik: Doppelgriffe, Läufe, Sprünge … zwischen sehr modern anmutenden Passagen und leichtfüßig-tänzerischen Melodien verlangte die Komposition der Solisten eine große Fingerfertigkeit und ein gutes Gespür ab. Jennifer Aßmuß zeigte sich dieser Herausforderung durchaus gewachsen. Sie spielte das gesamte Stück auswendig.

Vertrautheit mit dem Orchester

Zu solcher Sicherheit trug sicherlich bei, dass die junge Musikerin mit dem RJO aufgewachsen und gewachsen ist. Ihr Vater und musikalischer Leiter, Thomas Aßmus, hat vor 27 Jahren das ROJ Hannover gegründet. Die Vertrautheit mit dem Orchester war von Anfang an zu spüren. So gelang der musikalische Dialog, insbesondere mit den Bläsern – getragen von den Streichern – in anerkennenswerter Klarheit. Flöten, Oboen und Klarinetten setzten mit hohen Tönen immer wieder einen Kontrast zum Cello. Am Ende honorierten die Zuhörer im voll besetzten Hagensaal die Leistung von Solistin und Orchester verdient mit lang anhaltendem Beifall.

Überzeugende Harmonie und Klarheit

Einen Leitungswechsel gab es nach der Pause mit Malte Kröger am Dirigentenpult. Sein Part: Schuberts Sinfonie Nr. 8, die „Unvollendete“, weil sie nur zwei Sätze aufweist. Ob so gewollt oder tatsächlich einfach nicht fertiggestellt scheint strittig. Sicher ist, dass der Komponist auch so in diesem Stück seine Vielfältigkeit eindrucksvoll dokumentiert hat. Wie in einem klanglichen „Musterteppich“ fügen sich die einzelnen musikalischen Motive – zwischen romantischem Sehnen und dramatisch-emotionalen Ausbrüchen – zusammen. Das junge Orchester schaffte die Übergänge in überzeugender Harmonie und Klarheit. Präzise Einsätze und gefühlvolle Interpretationen zeugten von erworbener Sicherheit im Zusammenspiel. Die moll-Tonlage hielt – wie auch schon im Werk von Dvorák – stets eine Grundstimmung von Melancholie bereit, verbunden, mal mit zartem Schwärmen, mal mit aufwallender Leidenschaft – ganz Gefühl, ganz Seele … – beinahe selig auch die 62 jungen Musiker, die sich am Schluss auf einer Welle von Begeisterung und Sympathie getragen fanden und zum Dank die Zugabe eines von Dvoráks Sklavischen Tänzen als Zugabe bereit hatten.

Von Doris Hennies

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