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Nienhagen Mörderisch spannend und pantomimisch zart
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Mörderisch spannend und pantomimisch zart
16:28 27.01.2019
Nienhagen

Das Schicksal von Metzgersgattin Hermine ist ein grausames, doch der Weg, bis sie den Königstigern zum Fraß vorgeworfen wird, ist ein unterhaltsamer.

Wie es sich für eine „Kulturmetropole“ gehört – Bürgermeister Jörg Makel bezeichnet Nienhagen mit kleinem Augenzwinkern als solche – haben sich die Verantwortlichen für Nienhagen Kultur (Ni-Ku) mal wieder etwas Besonderes für ihr an diesem Samstag etwas weniger zahlreich als sonst erschienenes Publikum einfallen lassen. „Der gespielte Krimi“ lautete die Überschrift der Performance von Autor Peter Jackob und Pantomimin Corina Ramona, die beim interessierten Zuschauer die Frage auslöste, was da wohl dahinterstecke.

Krimischreiber ist ein exzellenter Vorleser

„Frederick, ich habe die Faxen dick“, lautet einer der ersten Sätze, mit denen Peter Jackob seine Lesung beginnt und in das traurig-schaurig anmutende Beisammensein eines Metzgersehepaares einführt. Hermine macht ihrem Gatten das Leben zur Hölle. Das pantomimisch-zarte Spiel von Corina Ramona kann die weibliche Tyrannei kaum darstellerisch abbilden. Der Zuschauer nimmt es in seiner Gesamtheit auch gar nicht wahr, er muss die Aufmerksamkeit teilen. Auf der einen Seite der Bühne liest der Autor, auf der anderen agiert parallel die Schauspielerin. Zwischendrin hält Jackob wenige Male inne, während sie performt. Dann ist die Stille vorhanden, die Pantomime wohl braucht, um die gewünschte Wirkung zu entfalten. Der Krimischreiber ist zudem ein exzellenter Vorleser, die beiden Geschichten, die er vorträgt, sind spannend. Man hört ihm gerne zu. Vor dem geistigen Auge nehmen mit Kommissar Becker und dem gruseligen Metzgersduo die Hauptpersonen Gestalt an. Das parallele Spiel ohne Worte ist eine Ergänzung.

Mitgefühl siegt über Berufsethos

Auch Kommissar Beckers Entscheidung, seinem untrüglichen Instinkt dieses Mal keinen Glauben zu schenken, versucht die Pantomimin mit Körper, Gestik und Mimik einzufangen. Das Publikum hat aus den gelesenen Worten jedoch längst geschlussfolgert, dass der Verdacht, zu dem goldenen Ring, der sich bei der Fütterung der Königstiger aus dem riesigen Fleischpaket löste, müsse doch auch ein Mensch gehört haben, der den Schmuck am Finger trug, richtig war. Aber wer wollte es dem Kriminalisten verdenken, dass seine Sympathien bei Metzger Frederick liegen, dessen zufriedener Gesichtsausdruck ihm auf dem Rückweg von den Tigerkäfigen auffiel. Selbst das Schild am Wurstladen „Auf unbestimmte Zeit geschlossen, bin auf Reisen“ kann Becker nicht dazu verleiten, den Metzger hinter Gitter zu bringen – Mitgefühl siegt über Berufsethos.

Ein unterhaltsamer Abend, dessen eigentlicher Höhepunkt jedoch das von dem Singer/Songwriter Andy Bermig aus Braunschweig gestaltete Vorprogramm war. Seine tolle Stimme zu virtuosem Gitarrenspiel und Stücke von Eric Clapton bis Ed Sheeran begeisterten das Publikum.

Von Anke Schlicht

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