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Nienhagen Naturschützer üben Kritik an Landesforsten
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Naturschützer üben Kritik an Landesforsten
06:04 15.08.2019
Von Simon Ziegler
Erhard Zander (rechts) und Wolfgang Tannenberg vom NABU deuten auf einen trocken gefallenen Bachlauf im Brand. Naturschützer hatten schon vor zwei Jahren ein Ideenkonzept zur Wiedervernässung des Auwaldes erarbeiten lassen.
Nienhagen

Aufgrund der erneuten Dürre will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Krisengespräche mit Wald-, Holzwirtschafts- und Umweltverbänden führen. Die Ministerin hat eine Rettung der Wälder mit einem hunderte Millionen Euro teuren Aufforstungsprogramm für die „Klimaanpassung der Wälder“ gefordert, wie es heißt. Die Forstminister der Länder wollen, dass der Bund 800 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

"Katastrophal schlechte Grundwasserverhältnisse"

Die Nabu-Vertreter Erhard Zander und Wolfgang Tannenberg weisen zusammen mit Heiner Lammers vom BUND in diesem Zusammenhang auf "die katastrophal schlechten Grundwasserverhältnisse" im Brand in Nienhagen hin. Es handelt es sich um einen Auwald, der seit 1985 unter Naturschutz steht. "Die durch die Flurbereinigung geschädigten natürlichen Wasserverhältnisse müssen wiederhergestellt werden. Das schreiben die Naturschutzgebietsverordnung und der Bewirtschaftungsplan aus dem Jahr 2008 vor“, sagt Zander. Er kritisiert, dass seit Jahren in dieser Richtung nichts passiere. So sei es kein Wunder, "dass die Bachläufe im Brand im Sommer trocken fallen und selbst im Winter wenig Wasser führen“, ergänzt Tannenberg. „Die früher üblichen Überschwemmungen bleiben aus. Die Natur im Brand leidet sehr unter dem Wassermangel. Der wirkt sich nicht nur auf die Bäume, sondern auch auf die für solche Wälder typische und wertvolle Krautschicht am Boden negativ aus", so die Naturschützer.

BUND hatte auf eigene Kosten Konzept erstellen lassen

Lammers sagt, dass die Celler BUND-Kreisgruppe schon vor zwei Jahren von einem Wasserbauingenieur auf eigene Kosten ein Ideenkonzept habe erarbeiten lassen. „Damit sollte für den Brand wieder ein besserer Wasserhaushalt erreicht und auch die Interessen der ebenfalls auf Wasser angewiesenen Landwirtschaft sollten berücksichtigt werden“, sagt Lammers. „Die Landesforsten, die den Brand bewirtschaften und solche Konzepte eigentlich selbst erarbeiten müssten, haben es jedoch abgelehnt, über die Ideen auch nur nachzudenken. Stattdessen wollte man einen 'Waldumbau'. Vermutlich, um mehr Geld herausholen“, kritisiert Lammers. „Das rächt sich jetzt angesichts der Dürre und der Klimakrise“. Alle drei sind sich einig, dass zum Schutz von Wäldern „endlich in die Herstellung besserer Wasserverhältnisse investiert wird, statt darüber nachzudenken, Steuermillionen für „Waldumbauten“ und die Anpflanzung von Bäumen aus anderen Regionen der Erde wie Douglasie, Japanlärche oder amerikanische Roteiche auszugeben.

Landkreis: Brand braucht mehr Wasser

Umwelt-Kreisrat Gerald Höhl sagt, dass es grundsätzlich richtig sei, dass der Brand gerade in trockenen Sommern mehr Wasser benötige. Die Landesforsten seien als Eigentümer auch für die Managementplanung zuständig und hätten eine Wiedervernässung als Thematik aufgenommen. "Dabei sind natürlich viele Faktoren wie Folgewirkungen für den vorhandenen Wald und die anliegenden landwirtschaftlichen Flächen zu bedenken. Ich gehe davon aus, dass die Landesforsten die richtigen Schritte unternehmen werden, die der Landkreis gerne begleitet", so Höhl.

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