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Wathlingen Restaurant soll privatisiert werden
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Restaurant soll privatisiert werden
17:00 11.12.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wathlingen

Der Mittagstisch kann sich sehen lassen: Am Montag gab es Putenschnitzel "natur" mit Rahmsauce, Möhrengemüse und Spätzle, gestern kamen Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Erbsengemüse auf den Tisch und heute wird Rindergulasch mit Nudeln serviert. Ein Teller kostet 6,50 Euro, da kann man als Gast nicht meckern. Und auch sonst lässt man sich im Restaurant "vierG" des Generationen-Parks einiges einfallen. Derzeit sind Tschechische Wochen, heißt es auf der Homepage. Und so kommt die deftige böhmische Kochkunst nach Wathlingen: für 15,40 Euro zum Beispiel gibt es in Wein eingebeizten Rinderbraten mit Preiselbeeren und Semmelknödel.

Im Schwarzbuch der Steuerzahler

Im Wathlinger Rathaus gibt es jetzt konkrete Überlegungen, das Restaurant im 4G-Park zu privatisieren. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat beschlossen, dass eine Betriebsleiterstelle ausgeschrieben wird. Gesucht wird ein Mann oder eine Frau mit Koch- oder Serviceerfahrung. Zunächst soll der neue Betriebsleiter angestellt werden, nach drei Jahren hat er dann die Möglichkeit, das Restaurant im 4G-Park in Eigenregie fortzuführen.

Mit der geplanten Privatisierung kommt die Gemeinde auch einer Forderung des Steuerzahlerbundes in Niedersachsen nach. Die Ausgabenwächter hatten die Gemeinde Wathlingen und das 4G-Restaurant 2017 in ihr Schwarzbuch der Steuerzahler aufgenommen. Die Rede war von einem „finanziellen Fiasko“ für die Gemeinde. Wathlingen habe sich mit dem 4G-Park finanziell übernommen, schrieben die Ausgabenwächter. „Die Gemeinde sollte sich endlich von ihrem verlustträchtigen Restaurant trennen. Die Gastronomie ist kein Geschäftsfeld für Kommunen. Wathlingen verbrät Steuergelder“, erklärte der Steuerzahlerbund klipp und klar und listete Verluste von jährlich etwa 220.000 Euro auf.

Das Restaurant im Generationenpark ist seit der Eröffnung des Hauses Ende 2012 in der Hand der Gemeinde. Es gibt einen günstigen Mittagstisch, zugleich wird das Essen für die benachbarte Oberschule gekocht. Seit 2014 werden auch Grundschulen und Kitas in der Region mit Mittagessen beliefert. Das Team hat laut Gemeinde etwa 30 Mitarbeiter.

Gemeinde ist optimistisch

"Wir sind sehr optimistisch", sagte Bürgermeister Torsten Harms zur Suche nach einem Betriebsleiter, der spätestens am 1. März 2019 anfangen und dann in wenigen Jahren das Restaurant komplett übernehmen soll. Der Wathlinger Verwaltungschef betont die Stärken des Standortes. "Im 4G-Park finden 1000 Veranstaltungen im Jahr statt. 20.000 Leute gehen jedes Jahr durchs Haus. Selbst die größten Kritiker finden den Weg in den 4G-Park", sagte er. Es sei immer das Ziel gewesen, dass die Gemeinde das Restaurant "nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag" selbst betreiben wolle.

Für das laufende Jahr erwartet Harms bessere Zahlen als in der Vergangenheit. "Die Zahlen sind 2018 besser als 2017", sagte er ohne ins Detail zu gehen. Das genaue Ergebnis für dieses Jahr liegt noch nicht vor, der Dezember mit dem Weihnachtsgeschäft gilt immer als Umsatzbringer.

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