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Wathlingen „Befürchtungen und Sorgen sind auch Fakten"
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen „Befürchtungen und Sorgen sind auch Fakten"
14:36 10.01.2019
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wathlingen

Wird die Abdeckung der Wathlinger Kalihalde genehmigt oder nicht? Rund 50 Bürger haben am Donnerstag am Erörterungstermin des Landesbergamtes (LBEG) in der Congress Union teilgenommen. Nachdem zuvor drei Tage lang Behörden, Kommunen und Umweltverbände ihre Fragen an den Bergbaukonzern K+S stellen konnten – dieser Teil der Anhörung wird vermutlich in der ersten Februarhälfte fortgesetzt –, hatten jetzt Bürger und Anwohner das Wort.

Zahlreiche Bürger kritisieren Konzern

Dass zahlreiche Bürger ihren Unmut äußerten, war erwartet worden. Und genauso kam es. „Wenn Sie mit der Abdeckung kein Geld verdienen würden, würden Sie es nicht machen“, sagte Alexandra Nitsch zu den K+S-Vertretern. Robert Kudrass aus Nienhagen warf ein, dass man es nicht als Rekultivierung bezeichnen könne, wenn 14 Millionen Tonnen Salz abgedeckt würden. Richtig wäre es, das Salz des Berges zu verwerten, schließlich habe das Material einen Salzgehalt von mehr als 95 Prozent. Die Wathlingerin Sanna Gutzeit thematisierte die Salzbelastung „des umliegenden Geländes“ und führte alte Verträge an, mit denen sich Kali & Salz zu früheren Zeiten verpflichtet habe, die Schäden der jahrzehntelangen Salzproduktion zu beseitigen.

Notwendigkeit des gesamten Projekts?

Es ging also ums große Ganze: Die Notwendigkeit des gesamten Projekts, den Salzstock im Umfeld der Halde und die wirtschaftlichen Interessen des Aktienkonzerns. Und natürlich um die Sorgen der Hauseigentümer und die Frage, ob die von K+S bezahlten Gutachter überhaupt unabhängig arbeiten würden – es war ein wilder Ritt durch die Tagesordnung.

„Ich habe noch kein Gefühl dafür, in welche Richtung das Verfahren geht – Genehmigung oder Nichtgenehmigung“, sagte Verhandlungsleiter Andreas Schleicher vom LBEG gleich zu Beginn. Die Bürger ermutigte er, Emotionen zuzulassen. „Befürchtungen und Sorgen sind auch Fakten. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, ob sie berechtigt sind“, erklärte er.

K+S: "Beste Möglichkeit, Halde dauerhaft zu sichern"

Es entwickelten sich eine Reihe spannender Dialoge. „Ist die Abdeckung die ökologisch sinnvollste Variante?“, wollte eine Frau aus Hänigsen wissen. „Ich bin davon überzeugt, dass es die beste Möglichkeit ist, die Halde dauerhaft zu sichern. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber nicht“, antwortete Gerold Jahn, Projektleiter für den K+S-Konzern, der weltweit 15.000 Mitarbeiter und 2017 rund 3,6 Milliarden Euro umgesetzt hat. Oder auch: „Niemand hat in Wathlingen ein Interesse daran, eine Deponie zu errichten“, sagte der Wathlinger Joachim Bartsch. „Es handelt sich nicht um eine Deponie. Hier werden Abfälle verwertet“, erwiderte K+S-Anwalt Matthias Vogt. Das sehen vor Ort viele anders.

Gutachter: Halde steht nicht im Grundwasser

Breiten Raum nahm am Donnerstag der Ist-Zustand des Grundwassers ein. Ingenieur Bertram Fritzsche sagte für K+S, dass die Halde nicht im Grundwasser stehe. Nach Fertigstellung der Abdeckung werde der Haldenkörper unter dem zusätzlichen Gewicht bis zu zehn Zentimter einsinken. „Die Halde wird auch dann nicht im Grundwasser stehen. Die Halde wird nicht von unten abgelaugt, das kann nicht passieren.“ Ein Bürger forderte Untersuchungsbohrungen, „wo steht der Berg wirklich, so dass man endlich klare Aussagen hat“ – schließlich gebe es zu dem Thema seit Jahren unterschiedliche Standpunkte.

Der Bürger-Termin wird vermutlich am Freitag fortgesetzt. Die Entscheidung des Bergamtes, ob der Berg abgedeckt werden darf, wird frühestens in einigen Monaten erwartet.

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