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Wathlingen Klares Signal an Landesbergamt
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Klares Signal an Landesbergamt
16:46 06.03.2019
Von Oliver Gatz
Die Kalihalde in Wathlingen. Quelle: David Borghoff
Wathlingen

Der Bergbaukonzern K+S will nach Abschluss der Kaliberg-Abdeckung in Wathlingen das anfallende Regenwasser in die Fuhse ableiten. Der Kreistag machte in seiner jüngsten Sitzung deutlich, dass er dabei das letzte Wort haben will. Die FDP brachte dazu einen Ergänzungsantrag ein, der auf Zustimmung bei allen Fraktionen stieß und einstimmig angenommen wurde.

Demnach fordert der Kreistag eine Beteiligung bei allen wasserrechtlichen Belangen, die mit der Abdeckung der Kalihalde zu tun haben und die die Zuständigkeit des Landkreises tangieren. Dieser fungiert dabei als untere Wasserbehörde.

Haldenabdeckung erst in 20 bis 30 Jahren

Mit dem Beschluss stellt die Celler Politik schon frühzeitig ihre Entscheidungskompetenz heraus. Denn der Abschluss der Haldenabdeckung wird erst in 20 bis 30 Jahren erwartet. Derzeit wird das Niederschlagswasser in den Berg eingebracht. Wenn die Flutung beendet ist, soll das Wasser in die Fuhse geleitet werden. Das Planfeststellungsverfahren zur Abdeckung der Kalihalde liegt zurzeit beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Grüne sehen Gefahr für das Grundwasser

Gerald Sommer von den Grünen zeigte sich erfreut, dass alle Fraktionen im Kreistag an einem Strang ziehen und dass der weitergehende Antrag ausgerechnet von der FDP kam. „Das ist ein klares Zeichen an das LBEG“, sagte er. Aus Sicht der Grünen stellt die Einleitung von versalzenen Abwässern in die Fuhse eine Gefahr für das Grundwasser im Landkreis Celle dar. Der Bergbaukonzern K+S sieht hingegen in der Abdeckung und Begrünung der Kalihalde „eine wirksame Methode, um die Entstehung salzhaltiger Niederschlagsgewässer zu vermeiden und die Umwelt zu entlasten“.

„Die Ablaugung nach unten verhindern wir durch die Haldenabdeckung nicht“, sagte Sommer. Er forderte, die Halde unter Tage zu verlegen. „So viel wie möglich muss nach unten.“ Auch eine Wiederverwertung des Salzes im Berg sei möglich, sagte er. CDU-Fraktionschef und Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms befürchtet ebenfalls negative Folgen für die Umwelt: „Das, was jetzt auf uns zukommt, ist nicht das, was uns hilft.“

Entscheidungsrecht nicht noch weiter beschneiden

FDP-Fraktionschefin Jutta Krumbach machte deutlich, dass ihr der Beschlussvorschlag der Verwaltung, der sich nur auf die Einleitung von Regenwasser in die Fuhse bezog, nicht weit genug gehe. Der Kreistag dürfe in seiner Funktion als politisches Kontrollgremium nicht noch weiter in seinem Entscheidungsrecht beschnitten werden, heißt es im Ergänzungsantrag der Liberalen. Es sollte eine enge Zusammenarbeit zwischen Kreistag, Verwaltung und LBEG angestrebt werden.

Die Entscheidung des Landesbergamtes, ob der Kaliberg abgedeckt werden darf, wird frühestens in einigen Monaten erwartet. Die Anhörung der Stellungnahmen von Naturschutzverbänden sowie den Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Umwelt Wathlingen war Anfang Februar abgeschlossen worden.

Abdeckung lässt Halde absacken

Laut eines K+S-Gutachtens steht die Halde nicht im Grundwasser. Sollte sie nach Fertigstellung der Abdeckung unter dem zusätzlichen Gewicht bis zu zehn Zentimeter einsinken, werde sie auch dann nicht im Grundwasser stehen, hieß es bei der Anhörung. Dabei war es um die Themen Boden, Hochwasser, Verkehr und Wald gegangen. Laut LBEG wurde darauf hingewiesen, dass in den Unterlagen die Notwendigkeit, Wald zu entfernen, unzureichend begründet sei und Ausgleichsvorhaben nicht dargestellt seien. Weiterhin wurde angemerkt, dass der mögliche Einfluss von Hochwasser auf die Halde nicht ausreichend betrachtet worden sei.

Die jeweiligen Argumente fließen in den Prüfprozess des Landesbergamtes ein. Dabei wird ermittelt, ob die Beeinträchtigungen, die mit der geplanten Abdeckung einhergehen, rechtlich zulässig sind und welche zusätzlichen Auflagen eventuell Abhilfe schaffen könnten.

Juristischer Streit droht

Nach der Entscheidung des LBEG droht eine lange juristische Auseinandersetzung. Wathlingens Bürgermeister Harms geht davon aus, dass im Fall einer Genehmigung eine Klage folgen wird.

Er hat schon im Steigenberger und Sheraton gearbeitet. Nun tauscht er Luxushotel gegen das Restaurant des 4G-Parks. In der Zukunft hat er einiges vor.

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