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Wathlingen Landkreis Celle fordert Nachbesserungen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Landkreis Celle fordert Nachbesserungen
16:07 09.01.2019
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wathlingen

Auch am dritten Tag des Erörterungstermins zur geplanten Kalihaldenabdeckung in Wathlingen gab es für den Bergbaukonzern K+S viel Widerspruch. Das mitunter langwierige Frage-Antwort-Spiel zwischen Bürgerinitiativen, Landesbergamt (LBEG) und K+S in der Congress Union in Celle wurde am Mittwochmorgen zu den Themen Lärm und Wasser fortgesetzt.

K+S will sich Flexibilität erhalten

Der Konzern plant für die Zeit der Abdeckung – die Rede ist von etwa 25 Jahren – montags bis freitags "lärmintensive Tätigkeiten" von 7 bis 20 Uhr. Es ist aber eine Betriebszeit von 6 bis 22 Uhr beantragt worden. "Wir wollen uns eine gewisse Flexibilität erhalten", sagte K+S-Projektleiter Gerold Jahn. Laut K+S würde nur in Einzelfällen außerhalb der Kernzeiten gearbeitet. Bei der Abdeckung der Halde in Sehnde sei man genauso verfahren, die Ausnahmen würde man nicht in Anspruch nehmen. LBEG-Verhandlungsleiter Andreas Schleicher teilte die Kritik der Bürgerinitiativen. Sie hatten argumentiert, dass man damit rechnen müsse, dass der beantragte Zeitrahmen auch beansprucht würde.

"90 Dezibel sind total inakzeptabel"

Um Details ging es auch beim Lärm, der von der Recycling-Anlage ausgehen würde. Anlieger wohnen in einer Entfernung von 500 Metern, hieß es. "90 Dezibel sind total inakzeptabel", sagte Joachim Bartsch von der BI Wathlingen, nachdem von gutachterlicher Seite zunächst von 55 Dezibel gesprochen wurde. In der Spitze könnten aber auch höhere Werte erreicht werden. Schließlich stand der Vorschlag im Raum, dass K+S einen Lärmschutzwall um die Recycling-Anlage errichtet, wo der angelieferte Bauschutt für die Abdeckung des Bergs zerkleinert werden soll.

Landkreis: Basisdaten fehlen

Eine knackige Debatte gab es zum Grundwasser. "Ein hydrogeologisches Gutachten hat nicht alles ermittelt, was nötig ist. Basisdaten fehlen", kritisierte Heike Alberty vom Umweltamt des Landkreises Celle. Der Ist-Zustand müsse umfassend dargestellt werden, Kosten von 350.000 Euro für ein Gutachten seien nicht unverhältnismäßig. Es geht dabei unter anderem um Lösungsprozesse an der Haldenbasis und einen möglichen Einfluss auf das Grundwasser. K+S-Anwalt Matthias Vogt sah das anders. Der Ist-Zustand sei in den Antragsunterlagen in einer Detailtiefe beschrieben, die es ermögliche, die wasserrechtlichen Entscheidungen zu treffen, sagte er.

K+S kritisiert Grundsatzdiskussionen

"Wir haben mit so viel Widerspruch gerechnet. Das haben wir im Vorfeld an den Einwendungen und den umfangreichen Stellungnahmen gesehen", sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel der CZ. Er kritisierte, dass bei der Erörterung "in vielen Fällen" Grundsatzdiskussionen geführt würden. "Immer wieder wird seitens der Bürgerinitiativen wie ein Mantra wiederholt, den Berg nicht abzudecken, sondern in die Grube zu bringen. Das sind die üblichen Spielchen, um den Termin in die eigene Richtung zu lenken", so Göbel. Er gab sich, was den Ausgang des Verfahrens betrifft, optimistisch: "Wir halten unseren Antrag für genehmigungsfähig."

Der Erörterungstermin wird am Donnerstag in der Congress Union fortgesetzt. Auf der Tagesordnung stehen die Einwände von Anwohnern.

Angriffslustig haben sich die Bürgerinitiativen Wathlingen und Uetze bei der Erörterung zur Abdeckung des Kalibergs gezeigt.

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