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Wathlingen Warum die Celler Politik so sauer ist
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Warum die Celler Politik so sauer ist
12:42 23.10.2019
Von Simon Ziegler
Im ersten Quartal 2020 soll die endgültige Entscheidung vorliegen, ob der Berg abgedeckt werden darf oder nicht. Quelle: Hartwig A. Braun
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Wathlingen

Der Ärger ist riesengroß. Parteiübergreifend. "Das Landesbergamt ist in Wildwest-Manier vorgegangen. Was die gemacht haben, ist Landbesetzung", schimpfte Gerald Sommer (Grüne) am Dienstag im Umweltausschuss. "Das Vertrauen in die Landesverwaltung ist erschüttert", sagte der Vorsitzende Ulrich Kaiser (WG). Von einem "Ding aus dem Tollhaus" sprach Ernst-Ingolf Angermann (CDU). "Ich fühle mich verschaukelt. Das ist eine Missachtung der Bürger vor Ort und des Kreistages", so der Christdemokrat.

Kreistag hat letztes Wort beim Wasser

Was war passiert? Die Genehmigungsbehörde bei der geplanten Abdeckung der Wathlinger Kalihalde ist das Landesbergamt (LBEG). Die Mittel des Landkreises Celle sind beschränkt, aber in Sachen Wasser muss das Einvernehmen erteilt werden. Der Kreistag hatte sich das Recht vorbehalten, das letzte Wort in Sachen Wasser zu haben.

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Bau der Recyclinganlage

Beim vorgezogenen Bau der Recyclinganlage musste das Grundwasser gestaut werden. Dafür hätte sich das LBEG das Okay des Landkreises einholen müssen. Doch die Behörde überging den Landkreis und genehmigte den Bau der Recyclinganlage. Landrat Klaus Wiswe beschwerte sich daraufhin beim Umweltministerium in Hannover.

LBEG geht auf Landkreis Celle zu

Offenbar mit Erfolg, wie Dezernent Gerald Höhl eingangs der Debatte im Umweltausschuss erklärte. "Wir haben mit dem LBEG zusammengesessen und uns ausgetauscht. Das LBEG ist uns beachtlich entgegen gekommen", erklärte er. So bekomme der Landkreis vorab die Ergebnisse des Planfeststellungsverfahrens zugestellt, damit ein vom Landkreis beauftragter Gutachter die Daten und Schlussfolgerungen prüfen könne. Außerdem will sich die Bergbehörde dafür stark machen, dass der Bergbaukonzern K+S einen öffentlichen Termin durchführt, bei dem "Zahlen auf den Tisch und Probleme ausgeräumt" werden sollen, wie Höhl sagte – und zwar vor der abschließenden Entscheidung in Sachen Planfeststellungsverfahren. Die Entscheidung des Bergamtes zur Gesamtgenehmigung des Vorhabens, also zur Abdeckung des Kalibergs, wird im ersten Quartal 2020 erwartet.

Umweltausschuss vertagt Entscheidung

Der Umweltausschuss sprach sich am Dienstag nicht dafür aus, das Einvernehmen zu erteilen. Das Gremium vertagte sich. Zunächst soll ein Fragenkatalog beantwortet werden, den FDP-Fraktionschefin Jutta Krumbach vorlegte. Das bedeutet, dass auch der Kreistag am kommenden Montag sich mit dem Thema nicht befassen wird.

Folgen in der Praxis: unklar

Was das alles in der Praxis für Folgen hat, ist freilich unklar. Fachlich hat die Landkreisverwaltung ohnehin erklärt, sie habe kaum Einwände, was die wasserrechtlichen Fragen beim Bau der Recyclinganlage betrifft. K+S wiederum will Ende Oktober mit diesem Teil der Anlage fertig sein.

"Wathlinger werden zu Wutbürgern"

Was bleibt, ist viel Frust. "Man darf sich nicht wundern, dass die Wathlinger zu Wutbürgern werden", sagte Sommer. Albrecht Hoppenstedt (WG) erklärte: "Wie beim Wietzer Schlachthof geht es auf Kosten der Bürger. Es überrascht mich, welche Ohnmacht uns hier umgibt. Wir sind viel zu zaghaft."

Der Kreistag hat bei der Abdeckung des Kalibergs in Sachen Wasser das letzte Wort. Trotzdem hatte das Bergamt dem Konzern K+S grünes Licht gegeben.

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