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Wathlingen Grüne gegen Entsorgung von Bauschutt
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Grüne gegen Entsorgung von Bauschutt
17:05 01.10.2019
Von Simon Ziegler
Der Kaliberg in Wathlingen soll mit Bauschutt abgedeckt und anschließend begrünt werden.  Quelle: David Borghoff
Wathlingen

Die geplante Abdeckung des Wathlinger Kalibergs beschäftigt die Landespolitik in Hannover. Die Grünen im Landtag wollen verhindern, dass Rückstände aus der Kaliindustrie in Niedersachsen mit Bauschutt abgedeckt werden. "Wie auch bei anderen Altlasten muss das oberste Ziel sein, die Umweltschäden zu sanieren und sie nicht notdürftig abzudecken", sagte die Umweltpolitikerin Imke Byl am Dienstag in Hannover. Die Grünen-Fraktion forderte die rot-schwarze Landesregierung mit einem Antrag auf, die Kalihalden aus dem Abfallwirtschaftsplan zu streichen.

Es geht um sieben Kalihalden

An den alten Kalihalden werde mit jedem Regen Salzwasser ausgewaschen, so dass das Grundwasser verschmutze und angrenzende Gewässer anstiegen. "Die geplanten Bauschuttabdeckungen können das Problem der Grundwasserversalzung aber nicht lösen", sagte Byl. Betroffen seien neben dem Kreis Celle mit dem Wathlinger Kaliberg die Region Hannover mit fünf Althalden sowie Hildesheim mit einer Halde. Zunächst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" über den Antrag berichtet.

"Profitables Geschäft" für Betreiber

Byl sagte, bei den geplanten Bauschuttdeponien gehe es "nicht um eine 'Verwertung', sondern schlicht um eine 'Entsorgung' von Bauschutt". Der Grünen-Landtagsabgeordnete und Oberbürgermeisterkandidat in Hannover, Belit Onay, forderte von der Landesregierung, rechtlich klarzustellen, dass Kalirückstandshalden nicht pauschal als geeignete Deponieflächen eingeplant werden dürfen. "Man kann eine Altlast nicht heilen, indem man noch mehr Abfall draufpackt", sagte Onay. Byl ergänzte, dass die Haldenabdeckungen vor allem ein "profitables Geschäft" für die Betreiber wie K+S seien.

Industrie will "begrünen"

Der Kalibergbau war in Niedersachsen früher weit verbreitet. Die Industrie will das Problem des Haldenwassers mit Begrünung beheben. Forschungsarbeiten dazu haben laut Bund für Naturschutz und Umwelt (BUND) aber bisher keine überzeugenden Ergebnisse geliefert.

Landesbergamt hat das Wort

Derzeit ist nicht nur in Wathlingen geplant, die Halden mit Bauschutt abzudecken. Bei der Halde Sigmundshall in Wunstorf werden laut HAZ als Deckmaterial Salzschlacken aus dem Aluminiumrecycling verwendet. Bei der Halde Friedrichshall in Sehnde ist eine Abdeckung mit Bauschutt genehmigt. Für der Halde in Ronnenberg läuft ein Genehmigungsverfahren. Das Landesbergamt (LEBG) wird entscheiden, ob der Wathlinger Kaliberg abgedeckt werden darf oder nicht. Wenn der Beschluss der Behörde vorliegt, könnte allerdings eine lange juristische Auseinandersetzung drohen.

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